Finderlohn für Kult-Tier der Metzgerei Sträter in Rheda-Wiedenbrück wird gespendet Entführtes Schwein ist wieder da

Rheda-Wiedenbrück (WB). Dass ein Schwein aus der Metzgerei flüchten will, leuchtet nicht nur Vegetariern ein. Im Fall der Fleischerei Sträter hatten aber wohl Menschen ihre Finger im Spiel, als Eber »Eberhard« ausbüxte. Eine kuriose Sauerei mit Happy-End.

Von Waltraud Leskovsek
Axel Sträter ist froh, dass Schwein »Eberhard« wieder vor dem Geschäft an der Wichernstraße steht. Über die ausgelobte Belohnung freuen sich nun Ludger Vollenkemper und Annegret Splietker von »Dorf aktiv« für die Küsterhaus-Renovierung.
Axel Sträter ist froh, dass Schwein »Eberhard« wieder vor dem Geschäft an der Wichernstraße steht. Über die ausgelobte Belohnung freuen sich nun Ludger Vollenkemper und Annegret Splietker von »Dorf aktiv« für die Küsterhaus-Renovierung. Foto: Leskovsek

Eberhard hat es hart. Im vergangenen Herbst wurde der Metzgerei Sträter an der Wichernstraße das auffällige Dekorationsschwein gestohlen. Die von der Künstlerin Christel Lechner gefertigte Figur hatte sich zum Markenzeichen der Traditionsmetzgerei entwickelt. So waren Betreiber und Kunden gleichsam enttäuscht, als Eberhard eines Morgens verschwunden war.

Wie viel ihm der Kult-Eber wert ist, zeigte Axel Sträter mit einer üppigen Belohnung in Höhe von 500 Euro. Die stellte er für sachdienliche Hinweise in Aussicht, die zur Ergreifung des Flüchtigen oder des Entführers führten.

Doch einige Tage später war Eberhard plötzlich von alleine wieder da und stand am Seiteneingang. Offenbar hatte sich für den Schweinedieb die Beute als allzu fleischlos entpuppt.

Zum Finderlohn gibt auch noch 500 Bratwürstchen

Wer sich den Dummejungenstreich erlaubt hat, ist bis heute nicht geklärt. Sträter war aber so froh über die Rückkehr seines besonderen Borstenviehs, dass er den Finderlohn nun spendet. Da er viel Positives in den vergangenen Wochen über das Renovierungsprojekt Küsterhaus in St. Vit gelesen hat, war er der Meinung, dass das Geld dort gut gebraucht wird. Und damit die Spende auch zu seiner Geschichte passt, legte er noch mal 500 Bratwürstchen obendrauf, die auf Wunsch abgerufen werden können. »Es ist in der Tat so, dass wir das Geld gut gebrauchen können«, bedankte sich Ludger Vollenkemper vom Verein »Dorf aktiv« bei Sträter. »Aus den 500 Würstchen können wir zudem 1000 Euro machen und das hilft uns enorm.«

Derzeit würden viele kleine und größere Spenden ankommen und man habe das Eigenkapital innerhalb eines Jahres fast verdoppeln können. Dennoch gelte es weiter, kräftig Gelder einzusammeln, weil immer noch eine Finanzierungslücke von 110.000 Euro gestopft werden muss. Die ersten Gespräche mit Bauunternehmern und Zimmereibetrieben laufen nun und wenn das Wetter mitspielt, soll zwischen März und April begonnen werden.

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