Prunksitzung in Rheda dürfte so manchen Skeptiker verstummen lassen In den »Blauen Funken« steckt viel Leben

Rheda-Wiedenbrück (WB). Die Odyssee der Blauen Funken geht weiter. Nach vielen Prunksitzung im legendären Saal Neuhaus, dem Abstecher in den Werlkönig, dem einmaligen »Ausweichquartier« Reethus und zuletzt dem Autohaus Funke ist der CVR Rheda jetzt mit seiner Prunksitzung im Saal des Pfarrheims St. Clemens gelandet. Und es war eine »Punkt-Landung«.

Von Tim Bergheim
Die Gardemädchen präsentieren bei bester Laune schmissige und zackige Tanzeinlagen.
Die Gardemädchen präsentieren bei bester Laune schmissige und zackige Tanzeinlagen. Foto: Tim Bergheim

Denn obwohl nur maßvoll besetzt, erwies sich die jüngste Spielstätte der Rhedaer Jecken womöglich als ein Weg »zurück in die Zukunft«. Denn was da eng vor der kleinen Bühne zusammenrückte, erinnerte ein wenig an die Stimmung bei Neuhaus, als Rheda und der CVR noch eine Familie waren. Denn familiär ging es zu an diesem Abend, den die Rumpfmannschaft des CVR mit viel Ehrgeiz stemmte.

Überraschungsgast kommt aus dem Rathaus

Und wie es bei Familienfesten nicht selten der Fall ist, steigt mit zunehmender Stunde die Stimmung. So auch hier. Davon profitierte einer, dessen Erscheinen im Alltag besonders bei Autofahrern für viel Verdruss sorgt.

Als »Überraschungsgast aus der Kiste« hatte Hermann Weber seine offizielle Dienstkleidung abgelegt und war in eine schwarze Lederjacke geschlüpft. So huldigte er seinem »Idol seit frühester Jugend« und legte eine gekonnte Lindenberg- Parodie hin. Auch bei dem anderen Udo schaute er musikalisch vorbei, wobei der ganze Saal aus voller Brust dessen »Ich war noch niemals in New York« mit schmetterte.

Hatte Webers Dienstherr anfangs gestaunt, dann eher skeptisch geschaut, was der Rathausmann da performte, so war spätestens bei Westernhagens »Willenlos« auch bei Theo Mettenborg das Eis gebrochen. Der Saal tobte.

Mit solchen Überraschungen dürfte der CVR auch künftig punkten. Denn eine Zukunft dürfte auch der verbliebene Rest-Verein haben.

Gardemädchen so schmissig und zackig wie selten zuvor

Wer gedacht hatte, dass der Umzug vom großen Autohaus Funke ins kleine Pfarrheim für Rhedas Jecken der Anfang vom Ende sein dürfte (selbst die treuen Freunde von den Oldenzaaler »Vennemuskes« kamen statt in üblicher Busstärke nur noch als Altherren-Quartett), wird sich spätestens bei den Tänzen der fünf blauen Gardemädchen verwundert die Augen gerieben haben. So schmissig und zackig hat man die blau-weißen Mädels in jüngster Zeit selten gesehen.

Ein echter Blickfang: Der Gardetanz der Jugendgarde ist einer von vielen Höhepunkten der Prunksitzung. Foto: Tim Bergheim

Das dürfte manchen Skeptiker verstummen lassen: Da steckt noch viel Leben im CVR. Auch in Gestalt von Solo-Mariechen Laura Schlien, die mit Schwung und Kondition punktete. Lebhaft auch das Programm insgesamt. Einmal mehr verzauberten die jungen Tänzerinnen der Gruppe »Chamäleon« ihr Publikum mit Anmut und fantasievoller Choreografie.

Die Blauen lässt man nicht hängen: So denkt auch Ratsfrau Gudrun Bauer und steigt seit Jahren tapfer in die CVR-Bütt. Diesmal sinnierte sie im rosa Bademantel, »gerade aufgestanden«, über das Zusammenleben Frau-Mann. Fazit: »Ich empfehle fürs Bett ein Seitenschläfer-Kissen.« Da könne man sich prima ankuscheln, das mache nachts keine röhrenden Geräusche und es sage auch nicht: »Woll’n wir mal wieder?«

Prinzessin Silvia I. geht in ihre zweite Amtszeit

Es waren alles heimische Aktive, die antraten. Auch Moderation und musikalische Begleitung lagen in Person von Thomas Venten fest in lokaler Hand. Da hätte es des Gastauftritts der »Playback Piraten« kaum bedurft.

An diesem insgesamt runden Abend war man denn auch gern bereit, den Blauen einen Misserfolg nachzusehen. Dass eine Nachfolgerin für CVR-Prinzessin Silvia I. wohl nicht zu finden war, ließ sich angesichts der großen Bühnenpräsenz der alten und neuen Prinzessin leicht verschmerzen. Silvia I. warf mit (Sekt-)Geschenken nur so um sich und ging auch ihre nicht geplante zweite Amtszeit »mit Herz und Verstand« an.

Majestätischer Glanz war ohnehin unten im Saal in Gestalt des Stadtprinzenpaares Martina I. und Reinhold I. Belmann reichlich vertreten. Die feierten inmitten einer riesigen Abordnung ihres WCV Grüne Funken ausgelassen Karneval. In Vorfreude auf den nächsten Höhepunkt der kurzen Session: Bereits in fünf Tagen prunkt schon der WCV.

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