4150 Unterschriften überreicht – Juli-Sitzung nicht »unerreichbar« Wenneber-Schule: Der Rat muss noch mal ran!

Rheda-Wiedenbrück (WB/jmg). Was der Rat beschlossen hat, ist nicht in Stein gemeißelt: Die Initiative für den Erhalt der Wenneber-Schule an der Berliner Straße scheint ihr Ziel erreicht zu haben. Mit 4150 Unterschriften haben sie die notwendige Unterstützer-Zahl weit übertroffen. Jetzt ist der Stadtrat am Zug.

Im Ratssaal überreicht Christian Schmelz (von links) Theo Mettenborg die Unterschriften – zusammen mit Ingvild Splietker und Hartmut Henke.
Im Ratssaal überreicht Christian Schmelz (von links) Theo Mettenborg die Unterschriften – zusammen mit Ingvild Splietker und Hartmut Henke. Foto: Jan Gruhn

Christian Schmelz, Vater von zwei Wenneber-Schülern, ist zuversichtlich: »Wir wollen in die nächste Ratssitzung. Das ist schaffbar!« Zusammen mit Ingvild Splietker, ebenfalls betroffene Mutter, und Ex-Wenneber-Lehrer Hartmut Henke hat er am Montagnachmittag das Unterschriften-Paket an Bürgermeister Theo Mettenborg übergeben – zusammengebunden mit einer silbernen Schleife.

Die Verwaltung muss die Unterschriften noch prüfen

Doch ein Geschenk sind die Unterschriften – etwa 2750 hätten es mindestens sein müssen – für den Stadtrat wohl eher nicht. Denn im März hatten die Fraktionen mehrheitlich das Ende des Standortes eingeleitet. Die Anmeldezahlen und die Raum-Situation waren die Gründe gewesen.

Jetzt müssen sich die Volksvertreter erneut mit der Schule auseinandersetzten. Ob es aber für die Sitzung vor der Sommerpause reicht, ist noch offen. Bürgermeister Theo Mettenborg will nichts versprechen – denn die Verwaltung muss zunächst alle Unterschriften überprüfen.

Dann könnte der Bürgerentscheid kommen

»Aber es scheint nicht unerreichbar zu sein«, wagt der Rathaus-Chef eine vorsichtige Prognose. Auf jeden Fall danke er den Wenneber-Freunden für ihr demokratisches Engagement, so Mettenborg bei der Übergabe.

Sollte die Schule es auf die Tagesordnung der Juli-Sitzung schaffen, wird es spannend. Laut Info-Homepage des Innenministeriums NRW hat der Rat dann die Möglichkeit, dem Bürgerbegehren zu entsprechen. Ist das nicht der Fall, gibt es einen Bürgerentscheid.

Die Unterschriften sogar aus Spanien geschickt

Allerdings sei auch eine einvernehmliche Regelung mit den Bevollmächtigten des Begehrens möglich, heißt es weiter. Laut Initiator Christian Schmelz ist es bei schneller Beratung im Rat sogar denkbar, dass der Entscheid zusammen mit der Bundestagswahl am 24. September durchgeführt wird.

»Es war harte Arbeit«, erklärte Ingvild Splietker. Viele Stunden hätten die Unterstützer auf Märkten gestanden oder die eigenen Wohngebiete nach Mitstreitern abgegrast. Aber das Ergebnis sei »überzeugend«. 4000 Unterschriften hätte sich die Initiative als Ziel gesetzt – und zwei Wochen vor Ablauf der Frist erreicht.

Vorwiegend ältere Menschen hätten sich bei den Sammel-Aktionen eindringlich für den Erhalt der Schule eingesetzt. Zwei Unterschriften seien sogar per Post aus dem Spanien-Urlaub geleistet worden. Für den Rat dürfte die kommende Sitzung damit allerdings alles andere als erholsam werden.

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