Kostüm-Expertin Melanie Pohlmann verrät, was im Karneval angesagt ist Märchenfiguren gehen immer

Rheda-Wiedenbrück (WB). So langsam laufen die Jecken sich warm, am 27. Februar ist schließlich wieder Rosenmontag. Deshalb geht es auch im Kostümverleih von Melanie Pohlmann heiß her: Die 35-Jährige hat dem WESTFALEN-BLATT verraten, mit welchen Kostümen die Narren dieses Jahr voll im Trend liegen.

Von Jan Gruhn
Model Daniela Bocks (38) im Rotkäppchen-Kostüm: Märchenfiguren sind vor allem bei weiblichen Jecken beliebt.
Model Daniela Bocks (38) im Rotkäppchen-Kostüm: Märchenfiguren sind vor allem bei weiblichen Jecken beliebt. Foto: Jan Gruhn

In düsterem Schwarz tritt Daniela Bocks (38) aus der Umkleidekabine im Laden an der Pixeler Straße. Die selbstständige Masseurin muss heute für Melanie Pohlmann als Kostüm-Model herhalten. »Steampunk, das wird zurzeit überall angepriesen«, verrät Pohlmann. Das Kunstgenre erfreut sich seit einigen Jahren steigender Beliebtheit. Futuristische Outfits im Retro-Stil, so lässt sich dieses subkulturelle Phänomen wohl am besten beschreiben.

»Steampunk« liegt im Trend. Foto: Jan Gruhn

Besonders bei den Närrinnen sind nach wie vor Märchen sehr beliebt. Model Daniela präsentiert auch sogleich im Rotkäppchen-Dress, dass dieses Motto nach wie vor gut funktioniert. »Und kleine Mädchen wollen immer noch Prinzessinnen sein«, erklärt Verleih-Mitarbeiterin Franziska Ringbeck (30).

Tipps für das passende Outfit

Wenn die Jecken in den Laden kommen, dann haben sie laut Pohlmann meist noch keine genaue Vorstellung, in welchem Kostüm sie nach Hause gehen. Die meisten stöbern erst mal ein bisschen. Natürlich geben Pohlmann und Ringbeck auch Tipps, welche Maskerade am besten zum Kunden passt. »Aber wir sind auch ehrlich«, erklärt Pohlmann. Wenn zum Beispiel ein hautenges Kostüm das ein oder andere Extra-Kilo zu sehr betont, dann weisen die Fachfrauen darauf hin.

Melanie Pohlmann in ihrem Kostümverleih. Foto: Jan Gruhn

Sehr beliebt, weil ungemein praktisch, werden in diesem Jahr auch wieder die Overalls sein. Die Einteiler, zum Beispiel in Gestalt eines Astronauten oder als Supermann-Uniform, bieten durch ihren weiten Schnitt Raum, um darunter lange Oberteile oder lange Unterhosen anzuziehen. Besonders beim Warten auf den Rosenmontagsumzug kann sich jede zusätzliche Kleidungsschicht als nützliche Reserve erweisen.

Oktoberfeste locken Kunden an

Vier Wochen, bevor die Session auf die Zielgerade einbiegt, ist im Laden am meisten los, so Pohlmann. Aber auch die Monate September und Oktober sind mittlerweile viel mehr als nur eine Nebensaison. Der Grund: Die vielen Oktoberfeste stehen an. Dirndl und Lederhosen gibt es hier nämlich auch. »Da ist hier fast noch mehr los als zu Karneval«, schätzt Pohlmann, deren Ehemann Christian Inhaber des Geschäfts ist.

Und wenn die Kostüme nach einem Festwochenende wieder abgegeben werden, müssen sie natürlich erst mal von Grund auf gereinigt werden. Denn es ist schließlich ein offenes Geheimnis, dass die Rheda-Wiedenbrücker auch wild feiern können.

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