Stadtrundgang per Smartphone – bisher etwa 60 Downloads – Rheda-Tour in Arbeit Die Altstadt gibt es jetzt auch digital

Rheda-Wiedenbrück  (WB). Von Smartphone oder Tablet durch die Altstadt führen lassen: In Wiedenbrück ist das seit einigen Wochen möglich. Touristen und Einheimische können sich die neue Stadtrundgangs-App herunterladen. Auch die Mittel für eine zweite Tour – dann durch Rheda – hat die heimische Politik bereits freigegeben.

Von Jan Gruhn
Die WESTFALEN-BLATT-Praktikanten Marie Landwehr und Yannick Tigges testen die App auf dem Markt in Wiedenbrück. Eine zweite Tour, dann durch die Rhedaer Innenstadt, ist bereits in der Entwicklung. In drei Monaten könnte es soweit sein.
Die WESTFALEN-BLATT-Praktikanten Marie Landwehr und Yannick Tigges testen die App auf dem Markt in Wiedenbrück. Eine zweite Tour, dann durch die Rhedaer Innenstadt, ist bereits in der Entwicklung. In drei Monaten könnte es soweit sein. Foto: Jan Gruhn

Ups, was ist denn da passiert? Die beiden WESTFALEN-BLATT-Praktikanten Marie Landwehr und Yannick Tigges wollen das kostenlose Programm mit einem Tablet testen. Doch vor dem Historischen Rathaus bricht die App einfach wieder ab.

Im Moment, so erklärt Christian Terhechte, Chef der Entwickler-Firma Neuland-Medien, »sammeln wir noch Feedback.« Ende Februar, Anfang März wird soll es ein Update geben, um solche Fehler auszubessern, die von Benutzern gemeldet werden.

Bisher nur wenig Nutzer

Nur etwa 60 Mal wurde die App, für deren Entwicklung immerhin mehr als 30.000 Euro aus städtischer Kasse bereitgestellt wurden, bisher heruntergeladen. »Es muss sich erst ein bisschen herumsprechen, dann geht es voran«, weiß Terhechte bereits aus anderen Projekten. Außerdem trügen die winterlichen Temperaturen der vergangenen Wochen sicher dazu bei, dass die Nutzerzahlen nicht weiter geklettert seien.

Ende 2016, noch bevor die App überhaupt auf den Smartphones der historisch Interessierten installiert werden konnte, hat der Bauausschuss bereits die Mittel für eine zweite Führung durch die Rhedaer Innenstadt bewilligt – stolze 21.000 Euro kostet die Erweiterung. In etwa drei Monaten, so schätzt Terhechte, könnte die Alternativ-Route verfügbar sein.

»Wir sind gerade dabei, für Rheda die Informationen aus dem Archiv der Stadt zusammenzutragen.« Und Archivarbeit brauche eben manchmal seine Zeit. In der kommenden Woche wird von den Entwicklern die sogenannte »Roadmap« besprochen.

Wiedenbrück könnte zum Vorbild werden

Auch andere Städte hätten sich bereits an dem Konzept des digitalen Stadtrundgangs interessiert gezeigt, verrät Terhechte. »Wir wollen aber erst mal ein sauberes Produkt für Rheda und Wiedenbrück abliefern«, verspricht der Neuland-Geschäftsführer.

Wer sich die App auf sein Endgerät laden möchte, der sollte laut Terhechte über ein aktuelles Betriebssystem verfügen: bei Android ist Version 4.1 ausreichend, bei Apple-Produkten sollte es iOS 10 sein. Das Programm kann kostenfrei im Playstore oder bei iTunes erworben werden.

Ist die App einmal installiert, können die Gebäude »gescannt« werden. Foto: Jan Gruhn

Ist die App einmal installiert, können sich Stadtinteressierte per Karte zu 23 historischen Gebäuden führen lassen und sie einfach per Smartphone-Kamera scannen. Neben informativen Texten, die auch von einem Sprecher vorgelesen werden, gibt es Bildergalerien, Videos, Animationen, Spiele und dreidimensionale Elemente.

Die App bedient sich dabei am Konzept der »Augmented Reality«, was etwa »angereicherte Realität« bedeutet. Beim Rundgang wird dem Nutzer ein Kopfhörer empfohlen. In der Wiedenbrücker Innenstadt gibt es außerdem ein frei zugängliches WLAN-Netz.

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