Drei-Königs-Markt: »Rauchender Roland« steht nun ein Jahr lang in der Nachbarschaft Michels Kamp mit dem höchsten Gebot

Rheda-Wiedenbrück  (WB). Wenn es im schmucken Dorf St. Vit nach Bratwurst sowie Pizza duftet und der Ofen qualmt, dann kann sich jeder sicher sein, dass Drei-Königs-Markt im Schatten der Barockkirche ist. Selbst das Glatteis am Samstagabend hielt die Menschen nicht davon ab, dem kleinen, idyllischen Märktchen einen Besuch abzustatten.

Von Waltraud Leskovsek
Auktionator Martin Humpe (oben) macht seine Sache gut und sorgt dafür, dass der Preis in die Höhe schießt – es ist ja schließlich auch alles für den guten Zweck. 420 Euro ist das bislang höchste Ergebnis, das auf dem Drei-Königs-Markt erzielt wurde.
Auktionator Martin Humpe (oben) macht seine Sache gut und sorgt dafür, dass der Preis in die Höhe schießt – es ist ja schließlich auch alles für den guten Zweck. 420 Euro ist das bislang höchste Ergebnis, das auf dem Drei-Königs-Markt erzielt wurde. Foto: Waltraud Leskovsek

Der Erfolg des inzwischen zum elften Mal veranstalteten nachweihnachtlichen Marktes liegt auf der Hand: Hier wird alles mit ganz viel Liebe zum Detail selbst hergestellt. Angefangen bei der frischen Bratwurst aus der Riesenpfanne, die sogar von eigenen Schweinen aus dem Ort stammt und nach eigenem Rezept beim Fleischer zusammengestellt wird, über die Pizza aus dem Profi-Ofen, die ebenfalls von Hand gemacht ist, bis hin zu den Reibekuchen, die jedes Jahr aufs Neue der Renner sind.

Auch bei den Getränken kreativ

Die Eigenkreationen setzen sich bei den Getränken fort. Da gibt es das St. Viter Fegefeuer, nach einer Art Feuerzangenbowle kreiert. Wenn die Gäste die Tassen bekommen, brennt auf dem umgebogenen Löffel ein Zuckerstückchen. Auch das St. Viter Krönchen, das selbst im elften Jahr der Renner ist, zeugt von großer Kreativität. Viele feine Zutaten und ein Häubchen aus Sahne machen das kleine Heißgetränk perfekt.

Ein Höhepunkt ist inzwischen die Versteigerung des beliebten Außenofens »Rauchender Roland« geworden. Nachbarschaftsgemeinschaften, Freundeskreise oder auch Privatpersonen haben die Gelegenheit, diesen Ofen für ein Jahr zu ersteigern. In diesem Jahr waren es zwei Nachbarschaften aus St. Vit , die Interesse zeigten. Michels Kamp trat gegen die Gottfried-Niermann-Straße an.

Höchstgebot: 420 Euro

Unter der Leitung des Auktionators Martin Humpe ließen sich die Mitbietenden lange Zeit nicht die »Butter vom Brot nehmen«. Am Ende kapitulierte die Gottfried-Niermann-Straße, weil Michels Kamp mit seinen rund 15 Familien doch stärker war und vielleicht ein wenig mehr gespart hatte. Für 420 Euro und zwei Kisten Bier dürfen die St. Viter aus dem Neubaugebiet, das auf dem Areal der ehemaligen Firma Michels entstanden ist, den Ofen nun für ein Jahr lang ihr Eigen nennen.

In den vergangenen zwei Jahren war er im Neubaugebiet Kalksteinweg. Dort hätte man ihn gerne noch ein drittes Mal genommen, doch nach zwei Jahren soll laut Drei-Königs-Markt-Team eine neue Gruppe die Chance bekommen. Die Freude war bei den jungen Familien auf jeden Fall groß.

Auch MAU sind dabei

Während am Samstagabend die Musikgruppe »Swop Connection« für Unterhaltung sorgte, wechselten die Akteure am Sonntagnachmittag regelmäßig. Der heimische Kindergarten, der Männerchor Eintracht Liedertafel, die Kinder- und Jugendchöre von St. Pius, die Stromberger Blasmusik und am Ende die Gruppe MAU, die mit schönen Liedern noch einmal so richtig warm ums Herz machte, gehörten zum Unterhaltungsprogramm. Mit dem gemeinsam gesungenen irischen Segen und den Turmbläsern endete das zweitägige Fest.

Der gesamte Erlös ist für soziale Projekte bestimmt. 1000 Euro bekommt der Kindergarten als Dankeschön für den Spüldienst. Zudem soll ein Ausflug für die in St. Vit lebenden Flüchtlingsfamilien in den Osnabrücker Zoo finanziert werden; außerdem wird das Projekt Küsterhaus wieder mit einer Summe für die anstehende Renovierung unterstützt.

Zum Dank gibt es Grünkohl

»Wir sind zufrieden. Es war wieder ein schönes Fest, und auch Auswärtige loben die Gemütlichkeit unseres Marktes«, freute sich Ludger Vollenkemper, Vorstand des Vereins Dorf aktiv, am Ende. Die nächsten Tage haben die Helfer noch jede Menge zu tun, bis die kleine Budenstadt wieder abgebaut ist. Zum Dank werden die Freiwilligen am 21. Januar zum Grünkohlessen in den Gasthof Kleineaschoff eingeladen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.