Schauspielerin pendelt zwischen New York, Mailand und Gütersloh Luisa Menzen ist auf den Bühnen der Welt zuhause

Rheda-Wiedenbrück  (WB). Den italienischen Zungenschlag beherrscht sie spielend. Wechselt sie ins Englische, mutet der Klang des »Big Apple« an. Doch ihre Muttersprache ist Deutsch – schließlich ist Luisa Menzen in Rheda-Wiedenbrück aufgewachsen. Die 27-Jährige arbeitet zurzeit am Off-off-Broadway in New York und treibt ihre Schauspiel-Laufbahn voran.

Von Jan Gruhn
Luisa Menzen, hier Backstage beim Filmdreh, arbeitet als Schauspielerin in New York am Off-off-Broadway – und stammt aus Rheda-Wiedenbrück.
Luisa Menzen, hier Backstage beim Filmdreh, arbeitet als Schauspielerin in New York am Off-off-Broadway – und stammt aus Rheda-Wiedenbrück. Foto: Privat

Wenn Luisa über ihre Karriere spricht, dann schwingt er mit, der Amerikanische Traum. »Man muss versuchen, jeden Tag besser zu werden.« Dann wartet am Ende auch der verdiente Lohn. In Luisas Fall: ein Stern am New Yorker Theaterhimmel.

Doch ihre Liebe gehört aktuell nicht den glitzernden Inszenierungen entlang der wohl berühmtesten Theaterstraße der Welt, sondern dem Russischen Theater. »Es ist viel tiefgründiger«, schwärmt die Jungschauspielerin, die dieses Genre an einer Theaterschule in Mailand kennengelernt hat. In der Mode-Metropole legte sie 2009 an einer Deutschen Schule ihr Abitur ab – in Deutsch und Italienisch versteht sich.

Papa zieht es nach Italien, Luisa findet dort eine neue Heimat

Ein Lächeln für die Werbung. Foto: Joe Henson

Weil ihr Papa Heinz-Olaf – mittlerweile Lehrer am Evangelisch Stiftischen Gymnasium in Gütersloh – als Mathelehrer an jene Schule ging, zogen die Familie und eben auch Luisa mit. Als sie mit der Schul-AG die »Dreigroschenoper« von Bertold Brecht aufführte, entdeckte sie ihr Talent. Von nun an nahm sie wöchentlich Schauspielunterricht – mehrsprachig, wohlgemerkt.

Als es für ihre Eltern 2010 zurück nach OWL ging, blieb Luisa in ihrer neuen Heimat Italien. Dort studierte sie Kommunikationswissenschaften, machte später ihren Bachelor. Und ganz nebenbei drehte sie Werbespots, unter anderem für die bekannte Rollerfirma Vespa.

Als erste Deutsche bekommt sie eine Hauptrolle

Vor zwei Jahren gelingt dank einer Mentorin an der Theaterschule in Mailand dann der Coup und der Sprung über den »Großen Teich«: Sie wird vom Russian Arts Theater & Studio verpflichtet. Als erste Deutsche bekommt sie vom künstlerischen Leiter Aleksey Burago, dem Gründer der Company, eine Hauptrolle. In »My Uncle Chekov« ist sie dabei, später spielt sie in der Inszenierung von Nikolai Gogols »Avenue of Wonder« mit.

Im vergangenen Sommer folgte dann die Rolle der Dunja in »Schuld und Sühne« – das Meisterwerk von Fjodor Dostojewski. »Ich liebe die Klassiker«, sagt Luisa. »Da steckt so viel drin.« Sie seien deutlich politischer und kraftvoller als die eher auf Entertainment abzielenden Shows des Broadways.

Ein Leben auf Achse

»Ich werde auf jeden Fall erst mal weiter in New York arbeiten«, freut sich die 27-Jährige, die zurzeit auf ihr Künstlervisum wartet. Sie will die für Theaterschauspieler wohl interessanteste, aber auch härteste Stadt der Welt zu ihrem dritten Zuhause machen. Im Kreis Gütersloh war sie zuletzt an Weihnachten, als die Menzens in großer Runde gefeiert haben.

»Drei Schwestern« in New York. Foto: privat

Zu Silvester zog es die junge Frau aber wieder ins schöne Mailand. Nach einem kleinen Zwischenstopp in London ist sie Mitte Januar für ein Wochenende in Deutschland. Ein Leben auf Achse – passt irgendwie zum Beruf. »Jetset? Nein. Ich bin einfach damit aufgewachsen. Meine Eltern haben es ja schon vorgemacht.«

Und um beim Glanz des Theaters zu nicht vergessen, dass nur harte Arbeit und Beharrlichkeit den Weg nach oben ebnen, hat sie ja ihre ostwestfälischen Wurzeln.

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