Forscher stellen dem Haupt- und Finanzausschuss die demografischen Zahlen für Rheda-Wiedenbrück vor Die Stadt wächst weiter

Rheda-Wiedenbrück(WB). Die Bevölkerungszahlen in Rheda-Wiedenbrück werden auch in Zukunft weiter wachsen. Bis zum Jahr 2035 könnten insgesamt bis zu 52 380 Menschen in den Stadtteilen leben. Wichtige Faktoren für dieses Plus: Zuwanderer und die Firma Tönnies.

Von Jan Gruhn
Dr. Jürgen Flöthmann (links) und Reinhard Loos stellen dem Ausschuss die Bevölkerungsentwicklung der kommenden Jahre vor.
Dr. Jürgen Flöthmann (links) und Reinhard Loos stellen dem Ausschuss die Bevölkerungsentwicklung der kommenden Jahre vor. Foto: Borgmeier/Archiv

Im Gegensatz zum nördlichen Teil des Kreises Gütersloh werden die südlichen Kommunen, auch Rheda-Wiedenbrück, wachsen. Das erklärten Dr. Jürgen Flöthmann und Reinhard Loos, Verfasser des aktuellen Demografieberichts für den Kreis, am vergangenen Montagabend den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses. Bisher leben etwa 48 000 Menschen in der Stadt, Flüchtlinge nicht mitgezählt. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung der vergangenen Jahre könnten optimistisch geschätzt bis 2035 noch einmal knapp 4000 hinzukommen. »Die Stadt kann davon ausgehen, dass es einen Zuwachs gibt«, erklärte Flöthmann.

Der »Faktor-Tönnies«

Ein Grund, der sich bereits in der Vergangenheit gezeigt habe: der Arbeitnehmerbedarf der Firma Tönnies. »Es ist schon besonders, dass ein einziger Arbeitgeber das Wanderungsverhalten so beeinflusst«, so der Demografieforscher. Doch auch die regionale Lage mache die Stadt attraktiv für Zuzügler, erläutert Flöthmann. Man sei auf der einen Seite schnell in Bielefeld, auf der anderen Seite liege aber auch das Ruhrgebiet nicht weit weg. Die Verkehrstechnische Anbindung sei gut, Rheda-Wiedenbrück selbst »ist als Stadt überschaubar«, führt er aus.

Dennoch sei abseits dieser »weichen Faktoren« (Flöthmann) vor allem Erwerbstätigkeit der wichtigste Faktor. »Der Arbeitsmarkt ist die treibende Kraft.« Dementsprechend müssten auch die politischen Konsequenzen aus dieser Erkenntnis aussehen, erklärte der Bevölkerungsexperte auf Nachfrage von Hans-Hermann Heller-Jordan (Grüne).

Die Bevölkerung wird älter

Was der Politik bei der Entwicklungsplanung allerdings Sorgen bereiten könnte, ist der zurückgehende Anteil der unter 18-Jährigen. Sind es nach aktuellen Stand noch 17,4 Prozent, werden es im Jahr 2035 nur etwa 15,6 Prozent sein. Generell wird die Kommune – wie viele andere auch – vor allem eines: älter.

Auch die Flüchtlingszuwanderung, kommentiert Reinhard Loos, würde an dieser Entwicklung nur wenig ändern. Stattdessen könnte die Gruppe der 65- bis 79-Jährigen auf bis zu 9530 Menschen anwachsen – ein Plus von 43,6 Prozent. Sogar die Gruppe der 80- bis 109-Jährigen von 2560 Personen könnte zulegen, 3580 Senioren dieser Altersgruppe könnten dann in der Doppelstadt leben (plus 39,8 Prozent).

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