Amtsgericht will kein Zwangsgeld gegen Eigentümer zweier Hähne verhängen Stall muss nicht schallisoliert sein

Rheda-Wiedenbrück(WB/cabo). Im Streit zweier Batenhorster Nachbarn wegen angeblich zu laut krähender Hähne hat jetzt das Amtsgericht Rheda-Wiedenbrück die Notbremse gezogen: Ein weiterer Antrag des Klägers, ein Ordnungsgeld gegen den 70 Jahre alten Tierhalter auszusprechen, wurde abgewiesen.

Das Krähen der beiden Hähne eines 70-Jährigen Batenhorsters stört einen Nachbarn.
Das Krähen der beiden Hähne eines 70-Jährigen Batenhorsters stört einen Nachbarn. Foto: Carsten Borgmeier

In dem aktuellen Kapitel hatte der Nachbar, ein 47 Jahre alter Kaufmann und Unternehmer, dem Hühnerzüchter vorgeworfen, seine Hähne krähten auch noch im Stall zu laut. Deshalb müsse dieser schallisoliert sein. So wurde erneut die Justiz bemüht, eine Entscheidung zu treffen. Das Amtsgericht schaute dazu in den im Mai 2015 beschlossenen Vergleich.

Darin ist von einer Richterin schriftlich festgehalten worden, dass die Hähne zwischen 22 und 7.30 Uhr im Stall einzusperren sind. Ursprünglich hatte der Kläger zudem versucht, dem Nachbarn den Freilauf der Tiere auch über Mittag zu verbieten, war damit aber bei Gericht gescheitert.

Nicht der erste Versuch, Ordnungsgeld durchzusetzen

Zwischenzeitlich warf der Anwohner dem Ruheständler vor, sich nicht an die Einsperrzeiten zu halten. Auch in jenem Fall versuchte der 47-Jährige, ein Ordnungsgeld gegen den Tierhalter durchzusetzen – ohne Erfolg.

Jetzt gab der Anwohner aber offenbar noch immer keine Ruhe: Er fühlte sich durch das Hahnengeschrei gestört, auch wenn sich die Tiere im Stall befanden. Der befindet sich schätzungsweise 150 Meter Luftlinie von der Mietwohnung des Klägers entfernt.

Der Antrag wurde aber schließlich abgelehnt mit der Begründung: Im Vergleich stehe nichts davon, dass der Stall schallisoliert zu sein habe.

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