»Dorf Aktiv« sorgt für Mitfahrgelegenheiten nach Wiedenbrück und zurück Diese Bank soll St. Vit mobiler machen

Rheda-Wiedenbrück (WB). Der neu gegründete Verein »Dorf aktiv«  will seinem Namen  alle Ehre machen:  Vor der  Bäckerei Vorbohle in St. Vit wurde jetzt eine  »Mitfahrbank« installiert.  Auf dieser Bank können sich Menschen setzen, die gerne Richtung  Wiedenbrück wollen. Autofahrer können  anhalten und die wartende Person mitnehmen. Ob das klappt?

Von Waltraud Leskovsek
Freuen sich über die Mitfahrbank (von links): Dieter Feldmann, Heinrich Splietker, Marcus Vorbohle (hinten) und auf der  Bank Gertrud Meyer, Hedwig Mensing und mit dem Rollator Angelika Langer.  Foto: Leskovsek
Freuen sich über die Mitfahrbank (von links): Dieter Feldmann, Heinrich Splietker, Marcus Vorbohle (hinten) und auf der Bank Gertrud Meyer, Hedwig Mensing und mit dem Rollator Angelika Langer. Foto: Leskovsek Foto: Waltraud Leskovsek

Ortsvorsteher Dieter Feldmann erklärt die Idee: Aufgrund der Recherchen von Robert Splietker, wie andere Dörfer damit umgehen, wenn Busse nicht mehr regelmäßig fahren und auch die Grundversorgung nicht mehr gegeben ist, stieß er auf die »Mitfahrbank«. Das heimische Bauunternehmen Splietker hatte noch zwei geeignete Bänke und war sofort dabei, denn »die Idee ist einfach klasse«, meint Geschäftsführer Michael Splietker. So wurden noch zwei Schilder gedruckt. Einmal mit der Aufschrift »Mitfahrbank Richtung Wiedenbrück« und einmal »Mitfahrbank Richtung St. Vit«, denn die Mitfahrer möchten ja auch wieder nach Hause. Die zweite Bank wurde vor dem Goldschmiedegeschäft Dreier an der Langen Straße installiert. Splietker meinte zudem, dass die Bank auch zur Kommunikation beitragen könne, dass sich Menschen begegnen, die sonst vielleicht nur wenig miteinander zu tun hätten. Und daraus könnten vielleicht sogar regelmäßige Fahrgemeinschaften entstehen.

»Ich finde, dass das eine kleine Aktion ist, die Großes bewirken kann«, meinte Michael Splietker. Rentnerin Angelika Langer fragte ganz vorsichtig, wie es denn sei, wenn man wie sie einen Rollator benötige. Auch das sollte bei einem klappbaren Modell kein Problem sei. Die Bäckerei Vorbohle, die seit vielen Jahren die Bewohner mit Brot- und Backwaren sowie einem Grundsortiment an Lebensmitteln versorgt, war auch gleich kooperativ. Juniorchef Marcus Vorbohle fand die Idee gut und bot auch gleich einen geschützten Platz direkt vor seinem Schaufenster unter einem Abdach für die Bank an, damit die Wartenden bei schlechtem Wetter nicht im Regen sitzen müssen.

Teilnahme freiwillig

Wie diese Bank angenommen wird, was sich daraus für Synergieeffekte ergeben und wie sich das Projekt weiterentwickelt, das steht in den Sternen. Wichtig ist jedoch, dass die Dörfer darum kämpfen, mit guten Ideen die Lebensqualität zu erhalten oder sogar zu verbessern. Schön an dieser »Mitfahrbank« soll sein, dass sich niemand verpflichtet fühlen müsse. Wer nicht anhalten möchte, fährt weiter. Die Teilnahme ist für Fahrer und Gast freiwillig und für den Mitfahrer kostenlos. Bei der Rückfahrt sieht so aus, dass die St. Viter vor Dreier warten.

Wer schnell zurück muss und nicht warten kann, hat die Möglichkeit von Dreier aus das Anrufsammeltaxi (Ast) anzurufen. Dieses muss jedoch eine Stunde vor Abfahrt bestellt werden. Der Fahrpreis beträgt drei Euro. »Ich könnte mir vorstellen, dass so mancher Autofahrer, der in Wiedenbrück Erledigungen macht, auch eine Absprache trifft und seinen Fahrgast wieder mit zurücknimmt«, hofft Gertrud Meyer, die als 78-jährige Seniorin diese »Mitfahrbank« bestimmt schon bald ausprobieren wird.

Auch eine Erweiterung der Bank mit Schildern Richtung Rheda oder vielleicht zum Einkaufen könnte sich die Organisatoren vorstellen.

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