Standort St. Vit bald zu klein – Neubau kostet elf Millionen Euro Wird die Kreisfeuerwehrzentrale verlegt?

Gütersloh (WB). Ist die Kreisfeuerwehrzentrale in St. Vit noch fit für die Zukunft? Sind Erweiterungsmöglichkeiten dort weiterhin gesichert? Wenn es nach dem Wunsch der CDU-Kreistagsfraktion geht, könnte die Zentrale bald umziehen: an einen größeren Standort, mit besserer Zuwegung und zentraler Lage im Kreis Gütersloh.

Von Wolfgang Wotke
Der Kreis ist verpflichtet, für die weitergehende Aus- und Fortbildung der Feuerwehren, des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes Sorge zu tragen. Dazu dient die Kreisfeuerwehrzentrale in St. Vit. Jetzt prüft die Verwaltung, ob sie eine Zukunft hat.
Der Kreis ist verpflichtet, für die weitergehende Aus- und Fortbildung der Feuerwehren, des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes Sorge zu tragen. Dazu dient die Kreisfeuerwehrzentrale in St. Vit. Jetzt prüft die Verwaltung, ob sie eine Zukunft hat. Foto: dpa

Ob Zukunftsinvestitionen, die bald anstehen, am räumlich begrenzten Standort in St. Vit noch sinnvoll sind, soll der Kreisausschuss in seiner nächsten Sitzung am 19. März beraten.

Nach einer Besichtigung der Kreisfeuerwehrzentrale haben die CDU-Fraktionsmitglieder jetzt die Verwaltung gebeten zu prüfen, ob die Möglichkeit besteht, den Neubau eines Zentrums für die Feuerwehr, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz in zentraler Lage als Ersatz für St. Vit zu realisieren. Denn: Aktuell besteht der Bedarf zur Errichtung einer weiteren Fahrzeughalle, deren Umsetzung schwierig sein dürfte. Immerhin liegt die Kreisfeuerwehrschule mitten in einem Landschaftsschutzgebiet.

Landrat Adenauer steht dem Vorschlag offen gegenüber

Landrat Sven-Georg Adenauer steht dem neuen, zentralen Standort positiv gegenüber: »Ich sehe die Notwendigkeit«, sagt er. Denn: »Er bietet die Möglichkeit, Synergien zu schaffen und die Chance vieler Vorteile für die Feuerwehr.« Beispiele: kürzere An- und Abfahrtswege für die Nutzer und die Einsatzfahrzeuge; verkürzte Eintreffzeiten; Optimierung der Gebäudegestaltung und der Nutzungsmöglichkeiten; geringe Kosten für Unterhaltung und Energie; gemeinsame Aus- und Fortbildung von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst.

Gerechnet wurde auch schon: ein Neubau an einem anderen Standort würde den Kreis rund elf Millionen Euro kosten. Adenauer: »Wobei rund zwei Millionen Euro auf Einrichtungen des Rettungsdienstes entfallen und daher über den Gebührenhaushalt refinanziert würden.« Um den Standort in St. Vit noch langfristig zu sichern, müssten mindestens drei Millionen Euro investiert werden. »Dafür braucht man größere Flächen. Doch aufgrund der Lage eignet sich St. Vit kaum für eine Bündelung der genannten Einrichtungen.«

Als Übergangslösung ist ein Zelt denkbar

Für die Realisierung einer zen­tralen Lösung, so der Landrat, sei ein Zeitrahmen von fünf bis sechs Jahren erforderlich. Denkbar sei dann, aufgrund des bestehenden Bedarfs zur Unterbringung der Bereits vorhandenen Fahrzeuge in St. Vit eine Fahrzeughalle in Form eines großen Zeltes als Übergangslösung zu schaffen. »Das wäre eine kostengünstige Alternative, nach derzeitiger Schätzung rund 320.000 Euro.« Die Mittel dafür seien mit dem Haushalt 2017 bereitgestellt und in das laufende Haushaltsjahr übertragen worden.

Doch wo könnte der neue, zen­trale Standort für die Kreisfeuerwehrzentrale sein? »Der müsste in der Mitte des Kreises installiert werden und gut erreichbar sein«, erklärt Adenauer. Es gebe bereits erste, lockere Überlegungen. »Zuerst müssen wir dann mit den Kommunen reden.«

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