Naturnahe Umgestaltung: Kreis renaturiert Teilstück der Lutter am Hühnermoor Wenn’s gut läuft, kommt der Lachs

Marienfeld (WB). Es ist ein ambitioniertes Projekt, das die EU sich mit der Wasserrahmenrichtlinie auf die Fahne geschrieben hat: Bis spätestens 2027 sollen alle Gewässer in einem »guten Zustand« sein. Ein kleiner Beitrag dazu ist die Renaturierung der Lutter am Hühnermoor.

Von Elke Westerwalbesloh
Die Lutter mit der angrenzenden Umgestaltungsfläche: Das Hühnermoor befindet sich im Hintergrund im Bereich der Gehölze.
Die Lutter mit der angrenzenden Umgestaltungsfläche: Das Hühnermoor befindet sich im Hintergrund im Bereich der Gehölze. Foto: NZO

Es ist ein Abschnitt von 500 Metern, den der Kreis Gütersloh sich für rund 170.000 Euro vornimmt. Derzeit fließt er ganz gerade in Höhe des Hühnermoores. Künftig soll der Bach sich auf 1200 Metern durch die Landschaft schlängeln. Der Bach wird demnach in eine angrenzende Aue, derzeit eine sehr trockene Grünfläche, gebettet. Das bisherige Lutterbett wird verfüllt.

Im vergangenen Umweltausschuss hat der Kreis Gütersloh dieses Projekt, das das Bielefelder Fachbüro NZO mit betreut, vorgestellt. Im Jahr 2017 hatte der Kreis eine knapp sechs Hektar große Fläche zwischen der Lutter und dem Hühnermoor erworben, die nun für die Umgestaltung genutzt werden soll.

Landschaftsökologin Katharina Hensel (NZO) erklärt noch einmal, was es mit der Europäischen Richtlinie auf sich hat. »Die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit ist dabei nur ein Aspekt des guten Zustands, der bis 2027 erreicht werden soll«, sagt sie. Dabei spielen viele weitere Faktoren des guten ökologischen Zustands wie zum Beispiel naturnahe Strukturen und eine fließgewässertypische Flora und Fauna eine Rolle, aber auch der gute chemische Zustand, erklärt sie weiter.

Nur acht Prozent der Gewässer erfüllen die Ziele

Insgesamt erfüllen derzeit etwa acht Prozent der berichtspflichtigen Gewässer die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie. »Es wartet also noch jede Menge Arbeit, um auch die noch fehlenden rund 92 Prozent in einen guten Zustand zu versetzen«, weiß die Fachfrau. Und dazu gehört eben auch die Umgestaltung der Lutter am Hühnermoor.

Die Bedenken einiger anwesender Politiker im Umweltausschuss, dass es durch diese Maßnahme zu negativen Beeinträchtigungen des Hühnermoores im organischen und hydrologischen Sinne kommt, konnten die Experten der NZO entkräften. Diplom-Biologe Günter Bockwinkel verwies auf die überaus guten Planungsvoraussetzungen in diesem Bereich. »Das Hühnermoor lebt, es wächst«, äußerte sich Bockwinkel in der Sitzung. Und die Lutter sei an dieser Stelle alles andere als in einem guten Zustand.

Die Bauarbeiten werden maximal vier Monate andauern. Dann werden die Anlagen von zwei Blänken und drei Mulden, sowie Trockenrasen und der Dünenbereich fertig gestellt sein. So könnten sich auch wieder der Lachs und die Bachforelle in diesem Gebiet ansiedeln, machte Hensel Hoffnung.

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