Gütersloh: Landrat Sven-Georg Adenauer verteidigt Vorgehen seiner Polizei »Kein Verständnis für Voyeurismus«

Harsewinkel (WB). Die Entscheidung der Gütersloher Polizei, die Öffentlichkeit nicht schon im November über den mutmaßlichen Missbrauch eines 14 Jahre alten Mädchens informiert zu haben, wird von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) ohne Einschränkung unterstützt.

Von Stephan Rechlin
Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer stellt sich die bedinglos hinter die Entscheidung seiner Polizeibehörde.
Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer stellt sich die bedinglos hinter die Entscheidung seiner Polizeibehörde. Foto: Kreis Gütersloh

In einer Kleinstadt wie Harsewinkel hätte jeder noch so kleine Hinweis zur Identifikation des minderjährigen Opfers geführt. Adenauer: »Darum genoss Opferschutz für uns die allerhöchste Priorität.« Dafür nehme er die rein auf aufgeschnappten Vermutungen basierenden Vorwürfe einer angeblichen Vergewaltigung auf rechtsradikalen Internetseiten in Kauf. Für ihn sei entscheidend, dass die mutmaßlichen Täter gefunden worden seien und sich für ihre Taten wohl vor Gericht verantworten müssen. Dort werde unter Ausschluss der Öffentlichkeit (Jugendstrafrecht) und nach strengen juristischen Methoden geprüft, ob der strafrechtliche Vorwurf der Vergewaltigung auf diesen Fall anwendbar sei.

Durchweg junge Menschen betroffen

Alles andere laufe für ihn auf eine Form von Voyeurismus hinaus, für die er kein Verständnis habe. Adenauer: »In diesen Fall sind durchweg junge Menschen verstrickt, deren weiteres Leben durch eine öffentliche Darstellung nachhaltig großer Schaden zugefügt würde.« Wie berichtet, sollen sechs junge Männer (14 bis 19) im November in Harsewinkel eine Sexualtat an einem 14-jährigen Mädchen begangen haben. Drei der mutmaß­lichen Täter sind deutsche, drei syrische Staatsbürger. Einige haben die Vorwürfe eingeräumt.

Kommentare

Beleidigung von oben herab

Und überhaupt: Sie werfen dem Leser, der zeitnah Informationen über Sexualstraftaten in unmittelbarer Nachbarschaft haben möchte, Voyeurismus vor! Das ist eine unglaubliche Beleidigung! Sie haben eine Wortwahl getroffen, von der Sie selber offenbar keine Ahnung haben! Weiter kann man sich vom Volk kaum distanzieren!

Hier die Erklärung (Auszug):
Voyeurismus (fr. voir für „sehen“ und voyeur für „Seher“) ist eine Form der Sexualität, bei der ein Voyeurist (umgangssprachlich auch Spanner genannt) durch das Betrachten von seiner Präferenz entsprechenden, sich entkleidenden oder nackten Menschen oder durch das Beobachten sexueller Handlungen sexuell erregt wird. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff das heimliche Beobachten einer unwissenden Person, im weiteren Sinn jegliche Form der Lust am Betrachten. Das Gegenstück zum Voyeurismus ist der Exhibitionismus. Wissen Betrachter und ein sexuelle Handlungen ausführendes Paar voneinander, spricht man von Candaulismus. Quelle: Wikipedia

Hat mit "Voyeurismus" nichts zu tun!

So etwas kann nur jemand behaupten, der sich noch nie Sorgen machen musste. Gerade die Schandtaten der immer jünger werdenden Gewalttäter (die Tendenz ist dramatisch) sollten schonungslos gemeldet werden. Es geht micht darum, die Personen mit Namen und Adresse zu veröffentlichen, sondern alleine die Tat, die Herkunft und das Alter der Täter. Und die Täter sollen durchaus erfahren, dass die Öffentlichkeit großes Interesse an entsprechenden Informationen hat. Wer das nicht einsieht, hat vom Leben und vom Menschsein NICHTS verstanden! Dann können wir die Zeitungen auch ganz abschaffen.

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