Tiefbauarbeiten abgeschlossen – Innogy investiert 3,3 Millionen Euro Endspurt beim schnellen Netz

Harsewinkel (WB). Die Mähdrescherstadt bekommt schnelles Internet. Gefühlt wurde in den vergangenen Monaten an jeder Straßenecke gebuddelt. Nun sind die Tiefbauarbeiten abgeschlossen.

Von Stefanie Winkelkötter
Michael Rehwein (Projektleiter Vitronet, links) und Andreas Siemens (Westnetz) zeigen den so genannten Molch, der die Rohre reinigt, und das Glasfaserkabel, das in die Leerrohre geblasen wird. Das Glasfaserkabel besteht aus 144 Glasfasern.
Michael Rehwein (Projektleiter Vitronet, links) und Andreas Siemens (Westnetz) zeigen den so genannten Molch, der die Rohre reinigt, und das Glasfaserkabel, das in die Leerrohre geblasen wird. Das Glasfaserkabel besteht aus 144 Glasfasern. Foto: Stefanie Winkelkötter

»Die Leerrohre liegen, jetzt beginnen wir damit, die Lichtwellenleiterkabel einzublasen«, sagte gestern Werner Ketteler, Netzplaner im Regionalzentrum Münster bei Westnetz, bei einem Ortstermin am Eichenweg. Die Firma Westnetz, Verteilnetzbetreiber der Innogy SE, hat in den vergangenen Wochen und Monaten rund 26 Kilometer Leerrohre im Zentrum von Harsewinkel und Marienfeld verlegt, dazu 33 neue Multifunktionsgehäuse, im Volksmund Verteilerkästen, aufgestellt.

6400 Adressen können erreicht werden

Rund 3,3 Millionen Euro investiert Innogy in den Ausbau des Breitbandnetzes. 6400 Adressen in Harsewinkel und Marienfeld können erreicht werden. In Greffen ist die Telekom fürs schnelle Internet zuständig, die Außenbereiche von Marienfeld und Harsewinkel wird ein anderes Unternehmen erschließen.

Konkret geht es aktuell darum, die Kabel in die Erde zu bekommen. Dafür ist im Auftrag von Westnetz die Firma Vitronet aus Essen zuständig. Mit einem Kompressor wird das zwölf Millimeter dicke Kabel in das Leerrohr, das fünf Zentimeter Außendurchmesser hat, geschossen. »Das Kabel schwebt gewissermaßen auf einem Luftpolster durch das Rohr«, beschreibt Andreas Siemens, bei Westnetz verantwortlicher Projektleiter für Glasfaserprojekte in Harsewinkel und Bielefeld.  Bevor das Kabel eingeblasen wird, wird ein so genannter Molch durch das Rohr geschickt.

Das Rohr wird noch einmal gesäubert

Dabei handelt es sich um eine Art Schaumstoffpfropfen, der das Rohr noch einmal von innen säubert. Ketteler: »Es könnten Wasser, Dreck oder auch mal eine Maus ins Rohr gelangt sein. Das muss entfernt werden, bevor das Kabel kommt.« Etwa 20 bis 30 Meter pro Minute legt das Kabel im Rohr zurück. Bei guter Verlegung der Rohre können zweieinhalb bis drei Kilometer Kabel am Stück eingeblasen werden.

Die Verlegung erfolgt von Verteilerkasten zu Verteilerkasten. Manche Kästen stehen nah beieinander, andere aber auch weit voneinander entfernt. Siemens: »Der längste Weg, den wir zurücklegen müssen, ist der von Marienfeld nach Gütersloh, wo wir unser Netz ans Internet anschließen. Das ist eine Strecke von knapp sechs Kilometern.«

Surfen mit bis zu 120 Mbit pro Sekunde

Wenn die Kabel liegen, erfolgt das so genannte Spleißen. So nennt man das Verbinden der Glasfaser-Enden in den Verbindungsmuffen und an den Endpunkten. »Wenn diese Schritte geschafft sind, kann die Aktiv-Elektronik eingebaut und die Dienste können aufgeschaltet werden«, sagt Siemens. Westnetz rechnet damit, dass die Freischaltung Ende Juni erfolgen kann. Dann können die Menschen in den Zentren von Harsewinkel und Marienfeld mit bis zu 120 Mbit pro Sekunde im Internet surfen. »Bislang stehen maximal 16 Mbit zur Verfügung. Wie schnell das Netz in Zukunft wirklich ist, hängt davon ab, wie weit entfernt ein Kunde vom Kabelverzweiger weg ist«, erklärt Markus Droste vom Innogy-Vertrieb. Interessierte können sich unter www.innogy-high­speed.com darüber informieren, wie schnell das Internet an ihrer Adresse sein wird.

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