Bedarfsplanung für Kindergartenplätze sorgt weiterhin für Diskussionen in der Politik »Wir stopfen nur Lücken«

Harsewinkel (WB). Immer wieder führt das Thema Kindergartenplätze zu Diskussionen und Streit in den politischen Gremien. Auch in der jüngsten Ratssitzung gab es Gesprächsbedarf.

Von Stefanie Winkelkötter
Harsewinkel hat zu wenig Kindergartenplätze. Das sorgt weiterhin für Streit in den politischen Gremien.
Harsewinkel hat zu wenig Kindergartenplätze. Das sorgt weiterhin für Streit in den politischen Gremien. Foto: dpa/Symbolfoto

Wie mehrfach berichtet, plant die Stadt Harsewinkel, schnellstmöglich auf dem Gelände des Jugendhauses Trockendock an der Bussemasstraße den bestehenden Ein-Gruppen-Kindergarten zu einer Vier-Gruppen-Einrichtung auszubauen.

Im Stadtrat nannte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck- Dop­heide (SPD) erste Zahlen: »Wir haben mit dem Architekten gesprochen und gefragt, wie viel Fläche denn wirklich geplant werden muss. Wir haben nun 1,44 Millionen Euro eingeplant, hoffen aber, diese nicht komplett nutzen zu müssen.«

»Situation ist unbefriedigend«

Pamela Westmeyer (CDU) nannte die Situation »unbefriedigend«. »Wir haben wieder zu wenig Kindergartenplätze. Ist es nicht möglich, den Bedarf frühzeitiger abzufragen? Mit Blick auf die Familienplanung wissen Eltern heute ganz genau, wie es weitergeht.«

Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass es durch das neue online-basierte Anmeldeverfahren Kivan möglich sei, den Bedarf bereits deutlich vor dem gewünschten Eintritt eines Kindes in den Kindergarten anzumelden: »Die Eltern können jetzt schon ihre Wünsche für das Kindergartenjahr 2019/2020 angeben und wir bitten auch dringend darum, dies zu tun.«

Sie werde aber überprüfen, ob der Flyer mit den Informationen zum Anmeldeportal Kivan dem Neugeborenenpaket, das jedes Harsewinkeler Baby erhält, schon beiliegt.

Harsewninkel im Jugendhilfeausschuss nicht vertreten

Johannes Sieweke (UWG) kritisierte, dass man ständig nur kurzfristige Bedarfe decke und nicht langfristig plane. »Wir stopfen nur Lücken. Vielleicht bereuen wir in drei, vier, fünf Jahren, diesen Kindergarten gebaut zu haben, weil wir ihn besser woanders hingebaut hätten.« Bürgermeisterin Amsbeck-Dopheide ihrerseits kritisierte, dass sich der Jugendhilfeausschuss der Kreises nicht stärker dieses Themas annehme.

»Kindergartenbedarfsplanung ist Aufgabe des Kreises. Harsewinkel ist aber im Jugendhilfeausschuss gar nicht vertreten. Das ist schlecht. Da muss man sich nicht wundern, dass unsere Anliegen so wenig Widerhall finden. Wir baden das aus, was an anderer Stelle versäumt wurde. Wir können aber auch nicht einfach Kindergartenplätze schaffen, wie wir wollen, denn nur die werden refinanziert, die auch besetzt sind.«

Online-Anmeldesystem auf dem Prüfstand

Sie wies darauf hin, dass bis Mai eine Entscheidung getroffen werden müsse, ob das Online-Anmeldesystem »Kivan« dauerhaft installiert werden soll. Bislang nutzt Harsewinkel das System als Pilotprojekt. Übernimmt es der Kreis für andere Kommunen, muss der Kreis es bezahlen. Wenn nur Harsewinkel das Programm weiter nutzen möchte, muss die Mähdrescherstadt dafür bezahlen. Amsbeck-Dopheide: »Wir empfinden das System als positiv.«

Im sogenannten Sozialen Netzwerk Facebook war allerdings jüngst bekannt geworden, dass das System doch noch an der einen oder anderen Stelle hakt. Aufgrund eines »Systemfehlers« war manchen Eltern mitgeteilt worden, sie bekämen einen Kindergartenplatz für ihren Nachwuchs, was sich jedoch später als Irrtum herausgestellt und für viel Kritik bei den Betroffenen gesorgt hatte.

Reinhard Hemkemeyer (SPD) nahm in der Ratssitzung ebenfalls Bezug auf das Thema Soziale Medien und unterstrich, dass eigentlich gar nicht die Stadt Harsewinkel für die Kindergartenplätze zuständig ist. Hemkemeyer: »Immer wieder wird der Verwaltung unterstellt, etwas nicht getan oder versäumt zu haben. Das geht mir auch in den Sozialen Medien auf den Wecker.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.