An der Bussemasstraße soll ein Viergruppen-Kindergarten entstehen Trockendock muss weichen

Marienfeld  (WB). Der Bedarf an Kindergartenplätzen ist nach wie vor groß, auch und gerade in Marienfeld. Die Stadt möchte daher einen ­neuen Kindergarten an der Bussemasstraße bauen. Dafür muss das Jugendhaus Trockendock umziehen.

Von Stefanie Winkelkötter
Frisch renoviert: Erst im Februar ist das Jugendhaus Trockendock in die komplett umgebauten Räume eingezogen. Die Stadt hatte in den Umbau 86.000 Euro investiert. Nun müssen die Kinder und Jugendlichen wieder ausziehen.
Frisch renoviert: Erst im Februar ist das Jugendhaus Trockendock in die komplett umgebauten Räume eingezogen. Die Stadt hatte in den Umbau 86.000 Euro investiert. Nun müssen die Kinder und Jugendlichen wieder ausziehen. Foto: Stefanie Winkelkötter

»Das Trockendock-Grundstück ist das einzige Grundstück in ganz Marienfeld, das aktuell für einen neuen Kindergarten geeignet ist«, betonte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide am Donnerstagabend im Sozialausschuss. Die Politiker zeigten sich überrascht von den Plänen. »Wo bitte kommen Kinder für drei zusätzlich benötigte Gruppen her, die vorher nicht bekannt waren?«, wollte Gunhild Hinney (SPD) wissen. Statistisch betrachtet fehlen in Marienfeld 54 Kindergartenplätze – und das, obwohl in den neuen Baugebieten noch nicht ein Spatenstich gesetzt worden ist.

In Harsewinkel und Greffen gibt es keine Engpässe

Marianne Tröster vom Kreisjugendamt erklärte den steigenden Bedarf mit steigenden Kinderzahlen in Marienfeld und mit einem veränderten Nachfrageverhalten der Eltern. Auch die Einjährigen gingen inzwischen häufig in eine Kita und blieben dort bis zum Schuleintritt. In Harsewinkel und Greffen sei die Situation übrigens anders: Dort steigen die Zahlen aktuell zwar noch, in naher Zukunft rechnet man aber mit rückläufigen Tendenzen.

Seit gut einem Jahr ist in der einen Trockendock-Hälfte bereits der Eingruppen-Kindergarten Himmelszelt in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde in Betrieb. Aus dieser Eingruppen-Einrichtung soll demnächst, durch Um- und Anbau, ein Viergruppen-Kindergarten werden. Als der Eingruppen-Kindergarten geplant wurde, hätte es geheißen, die Plätze reichten bis weit in die Zukunft, drückte Juan Carlos Palmier (Grüne) seinen Unmut über die bisherige Planung aus. »Wir hatten das Trockendock über Jahre und Jahrzehnte vernachlässigt, dann mit 86.000 Euro zeitgemäß hergerichtet, und nun müssen die Kinder und Jugendlichen wieder ausziehen«, kritisierte er.

Volksbank als Ausweichstandort vorgeschlagen

Die Bürgermeisterin hielt dagegen, man benötige eine schnelle Lösung, und der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz habe Priorität gegenüber der offenen Jugendarbeit. Eckhard Wiesbrock (SPD) fand es »absolut ärgerlich«, 86.000 Euro für den Umbau »verbrannt« zu haben. Er schlug als Ausweichstandort für das Trockendock die Volksbank vor. Die dort ansässigen Gruppen ziehen bekanntlich bald ins neue Bürgerhaus um. Die Bürgermeisterin wollte einen eventuellen Ausweich-Standort fürs Trockendock noch nicht öffentlich kommentieren, zeigte sich aber zuversichtlich, eine Übergangslösung zu finden, mit der alle einverstanden sind.

Kreisjugendpfleger Michael Trödel fand die Entwicklung »schmerzlich und ärgerlich«: »Mein Herz schlägt für die Jugendarbeit, und ich finde eine Entwicklung auf Kosten der Jugendarbeit schade. Wir arbeiten derzeit an einer Lösung. Die aber kann nur eine Übergangslösung sein, und wir müssen dringend nach einer dauerhaften Lösung für die Jugendarbeit suchen.«

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