Karnevalsverein Heckerheide feiert sein 60-Jähriges mit Empfang und bunter Sause Die älteste Jeckenschar der Stadt

Marienfeld (WB). Der Karnevalsverein Heckerheide ist die älteste Jeckenschar in Harsewinkel. In diesem Jahr feiert sie ihr 60-jähriges Bestehen. Ein schöner Anlass, um zu einem Jubiläumsempfang im Waldschlösschen am Freitag, 2. Februar, einzuladen.

Von Gabriele Grund
Die Gründungsfeier 1958 in der Kneipe Düpmann. Damals wie heute sieht sich der Verein als Karnevalsverein für Marienfeld.
Die Gründungsfeier 1958 in der Kneipe Düpmann. Damals wie heute sieht sich der Verein als Karnevalsverein für Marienfeld. Foto: KVC Heckerheide

Rund 120 Gäste erwarten Präsident Christian Fechtelkord und das aktuelle Prinzenpaar Dirk und Dörte Muckhoff. Und da wiederholt sich Geschichte, denn zu diesem Event kommen nur geladene Gäste. So wie 1959 zur ersten Karnevalsfeier in der Kneipe auf dem Hof Düpmann, ehemals Zwiebel Düpmann.  Auch damals waren nur Mitglieder des ein Jahr zuvor gegründeten Karnevalsvereins Heckerheide sowie persönlich geladene Gäste zum Mitfeiern zugelassen. »Es war damals eine große Ehre, dazu eingeladen zu werden. Das war ein richtig elitärer Haufen«, sagt Präsident Christian Fechtelkord und schmunzelt. Am 3. Februar steht dann die große öffentliche Karnevalsfeier an.

Durstige »Heckerheide«-Bewohner gründeten die Gesellschaft

Aber der Reihe nach: 1958 beschlossen einige durstige »Heckerheide«-Bewohner, darunter die Brüder Hermann, Karl, Albert, Heinz und Bernard Fechtelkord sowie Heinrich Grothusmann, die Gründung einer Karnevalsgesellschaft. Ein Jahr später folgte die erste Narrensause bei Düpmann.  Erstes Prinzenpaar waren der durch den Elferrat vorgeschlagene und durch die Mitglieder im geheimer Wahl ernannte Heinz »Hannibal« Grothusmann und seine Prinzessin Hilde Arnold.  Die Feier war ein derartiger Erfolg, dass schon ein Jahr später viele Feierfreudige dabei sein wollten.

Weil es dafür einen größeren Saal brauchte, wechselte die jecke Gemeinschaft 1960 ins Waldschlösschen. Dort grüßten Prinz Heinz Fechtelkord und Prinzessin Margret Rehpöhler als neue Regenten. Bis 1984 wurde im Waldschlösschen gefeiert, ehe ein Wechsel in den noch größeren Saal im Alten Bauernhaus von Willi Knobbe erfolgte. Hier erlebte die Karnevalsgesellschaft ihre größten Besuchererfolge. Mehr als 600 Gäste tummelten sich bei den jährlichen Feiern. Groß bejubelt wurden dabei immer die jecken Auftritte der »Drei lustigen Brüder« Albert Fechtelkord, Heinrich Brickenkamp und Adolf Bruns. Auch die Männerballett-Formationen wurden frenetisch gefeiert.

Nach dem Golfkrieg gingen die Besucherzahlen zurück

Mit dem Ausfall der Feier im Golfkrieg-Jahr 1990 ging die Besucherzahlen auf unerklärliche Weise zurück. »Von da ab verbuchten Karneval und auch Winterfest rückläufige Besucherzahlen. Für den Karnevalsverein waren das harte Zeiten. Anfang der 90er hatten wir gerade noch 25 Mitglieder«, erinnert sich Christian Fechtelkord. Genau in der schwierigen Phase, 1999, übernahm er das Amt des Präsidenten von Heinz Brickenkamp. Um an alte Erfolge anknüpfen zu können, öffnete sich der Karnevalsverein für alle Interessierten. Zudem mussten Prinzenpaare nicht mehr zwangsläufig Vereinsmitglieder sein, und auch die Prinzenernennungen fielen weg. 1994 beteiligten sich die Marienfelder Narren auf Anregung des damaligen Rote-Funken-Prinzen Walter Goldstein erstmals mit einem Umzugswagen am Harsewinkeler Straßenkarneval.  2005 ging es zurück ins Waldschlösschen, und statt teurer Kapellen setzte man fortan auf DJs. 

Die neuen Strategien zeigten Erfolg. »Der Verein hat seitdem richtig Schub bekommen, denn wir haben stetig neue Prinzenpaare, die auch alle Vereinsmitglieder wurden«, freut sich Christian Fechtelkord.  Aktuell gehören 76 Mitglieder dem Verein an. Ein Rekord. »So viele waren wir noch nie«,  weiß Hugo Brickenkamp, der stellvertretende Vorsitzende.

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