Abrooksbach tritt über die Ufer und flutet den Stadtpark So viel Wasser wie lange nicht

Harsewinkel (WB). Während Sturmtief »Burglind« die Mähdrescherstadt am Mittwoch weitgehend verschont und kaum Schäden angerichtet hat, macht sich der ausgiebige Regen an mancher Stelle inzwischen aber bemerkbar. Der Abrooks­bach ist über seine Ufer getreten und hat den Stadtpark in eine Seenlandschaft verwandelt.

Von Stefanie Winkelkötter
Der Stadtpark hat sich in die »Harsewinkeler Seenplatte« verwandelt: Wo Spaziergänger derzeit Gummistiefel benötigen, freuen sich die tierischen Bewohner. Die Enten können aktuell auch an ungewöhnlichen Stellen planschen.
Der Stadtpark hat sich in die »Harsewinkeler Seenplatte« verwandelt: Wo Spaziergänger derzeit Gummistiefel benötigen, freuen sich die tierischen Bewohner. Die Enten können aktuell auch an ungewöhnlichen Stellen planschen. Foto: Guido Linnemann

Wer aktuell durch den Park flanieren oder radeln möchte, braucht Gummistiefel oder wird nasse Füße bekommen. Die Wiese ist geflutet, Büsche und Bäume sind Teil der neuen »Harsewinkeler Seenplatte«, und was nicht unter Wasser steht, lässt sich mit dem Wort »matschig« treffend umschreiben. »So viel Wasser hatten wir tatsächlich seit 10, 15 Jahren nicht«, sagte Guido Linnemann, Umweltberater bei der Stadt Harsewinkel, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Ausgewiesene Überschwemmungsfläche

Sorgen bereitet ihm der hohe Wasserpegel aber derzeit nicht. »Der Stadtpark ist eine ausgewiesene Überschwemmungsfläche, alle paar Jahre tritt der Abrooksbach an dieser Stelle über die Ufer«, berichtete der Experte. Unter Wasser stehen nach seinen Angaben der Fuß- und der Radweg entlang des Baches. »Es ist aber keine wichtige Verbindungsstrecke betroffen«, betonte Linnemann.

Seinen vorläufigen Höchststand erreichte der normalerweise relativ seicht dahinplätschernde Abrooksbach bereits am Mittwoch. »Zu dem Zeitpunkt haben wir das Gebiet mit Flatterband und Baken abgesperrt. Diese Maßnahmen konnten wir aber bereits wieder aufheben«, sagte der Umweltberater gestern. »Das Wasser ist schon wieder zurückgelaufen. Wenn es erneut steigt, werden wir den Bereich wieder sperren müssen. Wir behalten den Stadtpark auf jeden Fall im Blick, vor allem vor dem Hintergrund, dass es ja noch mehr regnen soll. Die Absperrungen stehen parat.«

Niemand muss sich Sorgen machen

Gefühlt habe es in den vergangenen zehn Jahren keinerlei Pro­bleme mit zu viel Niederschlag in der Mähdrescherstadt gegeben, sagte Linnemann. »Aber wenn etwas war, dann immer an dieser Stelle.« Der Abrooksbach steige dann enorm an. »Im Moment ist er mehr als randvoll, das ist der höchste Pegel, den wir seit langer Zeit hatten.« Wie hoch der Wasserstand aber tatsächlich ist, wusste er nicht – gemessen wird dieser nämlich nicht.

Sorgen machen braucht sich aber seiner Einschätzung nach derzeit niemand – auch wenn in Richtung B 513 das Wasser auch sehr hoch steht. Linnemann: »Bis der Bach Straßen oder Keller flutet, dauert es aber noch.« Thema war das Hochwasser übrigens auch im sozialen Netzwerk Facebook. Einig waren sich die Kommentatoren darin, den Abrooksbach noch nie in ihrem Leben so voll gesehen zu haben.

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