Gegner der Südumgehung fordern umfangreiche Studie über Verkehrsströme der B513 Initiative setzt auf Flüsterasphalt

Harsewinkel (WB). Es herrscht Aufregung über eine geplante Trasse zur Entlastung des Verkehrs an der Bundesstraße B 513. Die Initiative »Südumgehungsgegner« hat nun zu einem Informationsaustausch ins Heimathaus eingeladen. Etwa 60 interessierte Bürger kamen zur Diskussion. Man will wissen, wie es weitergeht, denn eine einvernehmliche Lösung scheint derzeit weit entfernt.

Von Hendrik Christ
Gegner der geplanten Südumgehung: Klaus Baumgart (von links), Jutta Hartmann, Anja Ternes sowie Dirk Wiedemann haben eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen.
Gegner der geplanten Südumgehung: Klaus Baumgart (von links), Jutta Hartmann, Anja Ternes sowie Dirk Wiedemann haben eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Foto: Hendrik Christ

Zur Erinnerung: Es geht um die Reduzierung des Verkehrs, weil Belastungen in Sachen Lärm und Emissionen laut Gutachtern ein zu hohes Ausmaß angenommen haben. Das Ziel ist ein gesundes Wohnumfeld für alle Betroffenen, darüber herrscht weitgehend Konsens. Allerdings gibt es Streit über die Ideen zur Umsetzung. Im April 2016 begrüßte der Bauausschuss der Stadt Harsewinkel die Aufnahme einer Ortsumgehung in den Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlichen Bedarf. Dieser wurde mittlerweile verabschiedet.

Die vom Bundesverkehrsministerium angedachte Lösung mit einer Trassenführung wurde von der Stadt jedoch nicht akzeptiert. Klaus Baumgart, Jutta Hartmann, Anja Ternes und Dirk Wiedemann sind Anwohner im neuen Wohngebiet »Mühlenfeld«. »Wir haben die Bürgerinitiative ins Leben gerufen, nachdem wir im vergangenen Jahr dieses schöne Geschenk vom Bund erhalten haben«, bemerkt Klaus Baumgart mit einer Portion Sarkasmus.

Die Initiative lehnt die Südumgehung ab

Die Initiative und weitere Bürger lehnen die Südumgehung ab, da sie durch ihr Wohngebiet führen würde. »Es muss auch eine andere Lösung geben«, erklärt Klaus Baumgart. Der Bund argumentiert, es würden hunderte Harsewinkeler entlastet, zugleich sei die Neubelastung gleich null. Begründung: Der Verkehr über die Südumgehung sei gesetzlich verträglich. Die Anwohner sehen das naturgemäß anders, bei ihnen herrscht bisweilen Verunsicherung.

»Um wie viel Prozent würde denn die B 513 entlastet. Man hat ja keine konkreten Zahlen vorliegen«, fragt sich ein Bürger. Der Landesbetrieb Straßenbau müsste konkrete Planungen vornehmen, hüllt sich aber laut Klaus Baumgart in Schweigen: »Die haben einen Maulkorb. Es ist eine Unmöglichkeit, dass Bürgerinitiativen nicht mit Informationen versorgt werden.« Ein Ansatzpunkt könnte eine Linienfindung in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium sein. »Wenn man die Trassenstrecke mit Flatterband markiert, sieht man die Ausmaße«, warnt Dirk Wiedemann. »Die Straße wird 14 Meter breit sein und verläuft nahe der Lutter«, weiß er.

Das Naturbild könnte zerstört werden

»Was ist denn mit dem Natur- und Gewässerschutz? Das müssen wir deutlicher hervorheben«, verlangt ein anderer Gast. Die Sorge ist offenbar groß, dass das Naturbild zerstört wird. »Die bestehenden Straßen müssen doch besser instand gesetzt werden. Es ist schon genug zugepflastert. Diese Ansicht teilt übrigens auch die Landesregierung«, will ein Teilnehmer wissen. Klaus Baumgart erwähnt Maßnahmen wie Flüsterasphalt, Abschaltung der Ampeln sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen ab 22.30 Uhr. Die Kontroverse zeigt, dass das Thema noch einige Diskussionen bringen wird. Als erstes fordert die Bürgerinitiative eine Studie über die Verkehrsströme als Grundlage für Planungen. Diese wird um die 80 000 Euro kosten. Dieses Budget soll in den Haushalt eingestellt werden.

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