Charlotte Poppa (19) trifft die siebenjährige Maria und ihre große Familie Besuch beim Patenkind in Guatemala

Harsewinkel (WB/sw). Mancher Abiturient legt sich nach bestandener Reifeprüfung an den Strand und erholt sich vom Stress. Nicht so Charlotte Poppa aus Harsewinkel. Die 19-Jährige reiste nach Guatemala und traf dort auf Maria, das siebenjährige Patenkind ihrer Eltern.

Charlotte Poppa lernt die große Familie der kleinen Maria kennen: Eltern, sechs Geschwister und mehrere Cousinen und Cousins.
Charlotte Poppa lernt die große Familie der kleinen Maria kennen: Eltern, sechs Geschwister und mehrere Cousinen und Cousins.

Vermittelt wurde die Patenschaft über das Kinderhilfswerk Plan International (siehe Kasten). Seit etwa zwei Jahren unterstützen Michael und Constanze Poppa die kleine Maria und ihre Familie mit einer monatlichen Spende. Nach dem Abitur beschloss Charlotte Poppa, nach Guatemala zu reisen – die Austauschschülerin ihrer Eltern kam aus dem zentralamerikanischen Land und brachte sie auf das Urlaubsziel. »Ich wollte reisen und auch einen Sprachkurs machen«, erklärte die 19-Jährige im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Und eben auch Maria treffen. Plan International machte die Begegnung möglich und begleitete die Harsewinkelerin auch auf ihrer Reise. »Es war mega-spannend«, berichtete sie im Anschluss.

Unterricht in der Schule wird unterbrochen

Zunächst ging es in die Schule des Patenkindes. »Ich wurde unglaublich freundlich empfangen: Es wurde extra der ganze Unterricht für meinen Besuch unterbrochen und alle Lehrer und der Schulleiter haben sich vorgestellt, die Kinder haben gesungen und ich wurde offiziell auch vom Bürgermeister des Dorfes begrüßt. Mein Besuch war eine große Ehre für die ganze Familie und für das ganze Dorf, weil selten Touristen aus dem Ausland vorbei kommen, und deswegen war auch die ganze Gemeinde auf den Beinen, um den Tag vorzubereiten und mich willkommen zu heißen.«

40 Paten aus Harsewinkel

Plan International ist als eines der ältesten Kinderhilfswerke in 51 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas tätig, unabhängig von Religion und Politik. Plan finanziert nachhaltige und kindorientierte Selbsthilfeprojekte. Deutschland betreut mehr als 319 000 Kinderpatenschaften und erreicht so über drei Millionen Menschen. Es gibt aktuell 40 Plan-Paten in Harsewinkel und 34 in Gütersloh. Mit 28 Euro im Monat kann ein wichtiger Beitrag für benachteiligte Kinder und ihre Familien geleistet werden. Weitere Infos: www.plan.de.

Später lernte Charlotte Poppa auch Marias Familie kennen – die Eltern, sechs Geschwister und einige Cousins und Cousinen. »Sie hatten eigens für meinen Besuch Luftballons aufgehängt, obwohl sie nichts zu essen haben«, zeigte sich die 19-Jährige beeindruckt. Auch wenn sich die Unterhaltung wegen einiger Sprachbarrieren schwierig gestaltete, konnte man sich mit Händen und Füßen verständigen, und Charlotte Poppa fühlte sich herzlich willkommen.

Monatliche Spende wird dringend gebraucht

»Normalerweise hat man nicht so einen Kontakt zu den Patenkindern, daher war es toll, dass ich Maria und ihre Familie treffen konnte«, betonte die 19-Jährige, die inzwischen in Passau European Studies Major studiert. Sie konnte sich vor Ort überzeugen, dass die monatliche Spende ihrer Eltern ankommt und auch dringend gebraucht wird. Im Rahmen ihres Studiums will Charlotte Poppa wieder in die Ferne reisen. »Es gehören zwei Auslandssemester zu meinem Studium. Mal sehen, wohin es mich dann zieht.«

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