Augenzeuginnen berichten vom Blitzeinschlag auf der Hundewiese »Das war wie eine Explosion«

Harsewinkel (WB). Am Tag danach herrscht beinahe wieder Normalität auf dem Gelände der Hundefreunde Harsewinkel-Greffen – aber nur auf dem ersten Blick. Als am Sonntagnachmittag völlig überraschend ein Blitz in den angrenzenden Wald einschlug, fuhr allen Anwesenden der Schock in die Glieder. Leonie Schmitz und Vivien Withot waren mit ihren Vierbeinern vor Ort.

Von Hendrik Christ
Leonie Schmitz (links) und Vivien Withot waren am Sonntag auf dem Hundeplatz. Die beiden 20-Jährigen nahmen den Blitzeinschlag im Wald »wie eine Explosion« wahr.
Leonie Schmitz (links) und Vivien Withot waren am Sonntag auf dem Hundeplatz. Die beiden 20-Jährigen nahmen den Blitzeinschlag im Wald »wie eine Explosion« wahr. Foto: Hendrik Christ

»Das war wie eine Explosion«, beschreibt Leonie Schmitz den Blitzeinschlag: »Auf einmal gab es einen lauten Knall, und etwa zehn Meter weit im Wald stieg ein riesiger Lichtkegel empor.« Ihre Freundin berichtet: »Der ganze Boden hat gebebt.«

Eigentlich trainiert die Jugendgruppe der Hundefreunde immer samstags auf dem Gelände zwischen Harsewinkel und Greffen. Aber weil bald ein großes Turnier ansteht, wollten die beiden 20-Jährigen mit weiteren Mitstreitern noch eine Extraschicht einlegen. Das gute Wetter bot normalerweise ideale Trainingsvoraussetzungen. »Und auf einmal schlägt der Blitz wie aus heiterem Himmel ein«, sagt Vivien Withot: »Ich hatte ein Kribbeln in den Beinen.«

Den Verletzten geht es besser

Damit ist die Beelenerin noch glimpflich davongekommen. Insgesamt hatten alle Beteiligten Glück im Unglück. »Zwei Frauen haben die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus in Rheda-Wiedenbrück verbracht«, erklärt der zweite Vorsitzende der Hundefreunde, Heinz-Jürgen Flügge: »Ihnen geht es aber wieder besser.«

Nach einem solchen Blitzeinschlag kann es zum Beispiel zum Herzflimmern kommen, sogar noch eine Woche später. Diese Laune der Natur ist kaum zu erklären. Das Ganze ist so ungewöhnlich, dass sich sogar der WDR bei Heinz-Jürgen Flügge meldete und sich für die Geschichte interessierte.

Flügge brachte das seltene Kuriosum auf den Punkt: »An dem Sonntag hätten alle Beteiligten am besten Lotto gespielt. Die Chance auf sieben Richtige wäre wahrscheinlich genauso groß gewesen.«

Sachschaden ist auch entstanden

Viel deutet zunächst nicht auf einen Blitzeinschlag hin. Allerdings ist ein nicht unerheblicher Sachschaden entstanden: Die Verteilerdose für den Strom ist hinüber, außerdem sind die Elektronik im Vereinsheim und der Technikcontainer beschädigt oder kaputt.

Nach ersten Schätzungen des vereinsinternen Elektrikers dürften sich die Kosten auf 1000 bis 2000 Euro belaufen. »Gott sei Dank sind wir versichert«, erfuhr Flügge am Montag. In der kommenden Woche ist eigentlich ein Trainingslager vorgesehen, dafür muss die Elektronik funktionieren.

Nach diesem Erlebnis soll der Alltag bald wieder Einzug halten. »Die Hunde waren zuerst verwirrt und wie aufgedreht«, berichtet Leonie Schmitz: »Einer ist nach dem Einschlag in den Wald geflohen. Aber wir konnten ihn wiederfinden und den Hund schnell beruhigen.«

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