Andreas Faulhaber (65), Gründer des Stadtteil-Treffs, legt sein Ehrenamt aus privaten Gründen nieder »Vater der Oase« zieht sich zurück

Harsewinkel (WB). Der »Vater der Oase«, Andreas Faulhaber, hat sich ganz leise aus dem Staub gemacht. Okay, so ganz weg ist der Chef des Stadtteil-Treffs nicht, aber er hat seine ehrenamtlichen Aufgaben weitestgehend an Carmen Francis von der Arbeiterwohlfahrt übergeben.

Von Elke Westerwalbesloh
Andreas Faulhaber hat die »Oase« 2008 eröffnet. Den Arbeitskreis Rövekamp, in dessen Rahmen die »Oase« läuft, bereits 2000. Seine Aufgaben übernimmt jetzt Carmen Francis.
Andreas Faulhaber hat die »Oase« 2008 eröffnet. Den Arbeitskreis Rövekamp, in dessen Rahmen die »Oase« läuft, bereits 2000. Seine Aufgaben übernimmt jetzt Carmen Francis. Foto: Carsten Borgmeier

Schon Ende vergangenen Jahres hat Andreas Faulhaber sein ehrenamtliches Engagement zurück geschraubt. Der 65-Jährige hat in etwa zwölf Stunden pro Woche für den Stadtteil-Treff »Oase« unentgeltlich aufgewendet – allein sechs Stunden wöchentlich für das »Offene Café«. »Ich musste mich ein wenig aus dieser Arbeit herausziehen, weil ich Zuhause mehr gebraucht werde«, erläutert Andreas Faulhaber die Situation dieser Zeitung.

Dabei ist die »Oase« ohne ihn nicht denkbar. Schließlich hat er den Arbeitskreis Rövekamp im Jahr 2000 mit gegründet und somit auch den Stadtteil-Treff initiiert. Er hat die Räumlichkeiten für die »Oase« 2007 gesucht, die Renovierungskosten und Miete beziffert, für die Ausstattung gesorgt, die nötigen Anträge gestellt und so 2008 die »Oase« eröffnen können.

Carmen Francis übernimmt

»Natürlich kann man so etwas nur als Team«, so Faulhaber ganz bescheiden. Und damit wird er auch recht haben, denn seine ehrenamtlich geleisteten Stunden im Arbeitskreis und somit auch in der »Oase« müssen nun seine Mitstreiter auffangen. Allen voran natürlich Carmen Francis (AWO), die bereits im Dammanns Hof ihre Stadtteilarbeit leistet. Dieses tut sie alles im Rahmen der Gemeinwesenarbeit, die der Arbeiterwohlfahrt von der Stadt übertragen wurde.

Der »Vater der Oase« erklärt, dass er ganz viele organisatorische Dinge in den ehrenamtlichen Stunden für den Stadtteil-Treff übernommen habe. Wie etwa bei Einzelaktionen, zu dem unter anderem das Fest zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Les Andelys mit rund 200 Personen gehörte. Ferner die Ferienspiele im Michel-Vauthrin-Park – an dessen Namensgebung die »Oase« übrigens mit beteiligt war. Das Boule-Turnier, das Projekt »Brotzeit«, der Familientag in Harsewinkel und Harsewinkel-International selbstverständlich auch.

Die regelmäßigen Angebote in der »Oase« würden, so Faulhaber, in der Regel von den Vereinen oder den Projektinitiatoren organisiert. »Da habe ich dann eher weniger mit zu tun«, versichert er. Was ihm ans Herz gewachsen ist, das ist die »Brotzeit«. Und die wird der 65-Jährige auch weiterhin mit betreuen. Dieses Projekt wurde von der Schauspielerin Uschi Glas initiiert und existiert in Harsewinkel seit 2013.

Projekt Brotzeit bleibt

Vier Grundschulen werden an fünf Vormittagen mit Frühstück versorgt. So dass die Kinder, die aus sozial schwächeren Familien kommen, nicht mit knurrendem Magen im Unterricht sitzen müssen. Das Projekt finanziert sich über Spenden – vor allem Lebensmittel. Diese logistische Koordination hat Andreas Faulhaber inne – und behält sie auch.

Auch hier dient die »Oase« wieder einmal als Treff und Planungsort, an dem sich inzwischen 30 Helfer über die Arbeit für die Schulkinder austauschen. »So ganz ohne Oase kann ich eben nicht«, sagt Faulhaber. Dafür liegen ihm die Menschen zu sehr am Herzen. Immerhin nutzen täglich mindestens 20 bis 40 Personen die »Oase«. Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr 4689 Personen den Stadtteiltreff.

Faulhabers jüngstes Projekt sind die Sprachkurse für Flüchtlinge. Diese hat er im November 2015 ins Leben gerufen. In einem Aufruf hat er Paten gesucht. Die hat er scheinbar gefunden, und kurz darauf sein Ehrenamt eingestellt.

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