CDU Halle will offene eine Debatte über Georg-Müller-Schule und fordert Stadt zur Kooperation auf Georg-Müller-Schule steht vor Kauf von Borgers-Gelände

Halle (WB). Einen Tag, bevor im Planungsausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Borgers-Gelände beschlossen werden soll, teilt die Georg-Müller-Schule mit , dass sie quasi bereits Eigentümer des Geländes ist. Derweil hat die CDU angekündigt, dass sie im Ausschuss die Pläne der Stadtverwaltung für eine Wohnbebauung auf dem Borgers-Gelände, die einen Schulneubau durchkreuzen würden, politisch stoppen will.

Von Stefan Küppers
Die CDU-Mitglieder fordern vorm Borgers-Gelände eine offene Debatte über die Georg-Müller-Schule: (v.l) Axel Reimers, Wolfgang Schulz, Elke Rosenthal, Barbara Schwittay, Johannes Morsey und Hendrik Schaefer.
Die CDU-Mitglieder fordern vorm Borgers-Gelände eine offene Debatte über die Georg-Müller-Schule: (v.l) Axel Reimers, Wolfgang Schulz, Elke Rosenthal, Barbara Schwittay, Johannes Morsey und Hendrik Schaefer. Foto: Küppers

Die von der Stadtverwaltung kurzfristig anberaumte Aufstellung eines Bebauungsplanverfahrens zwecks Schaffung von Wohnbebauung auf dem Borgers-Gelände hat beim Trägerverein der Georg-Müller-Schulen für eine beschleunigte Abwicklung von Entscheidungen gesorgt. Wie GMS-Geschäftsführer Michael Pieper gestern mitteilte, ist man sich mit dem Eigentümer über den Ankauf des gesamten etwa 1,7 Hektar großen Geländes für rund 850.000 Euro einig geworden. Ein Kaufvertrag zur Unterschrift beim Notar ist laut Pieper vorbereitet. Der GMS-Förderverein, der Besitzer aller Schulimmobilien ist, habe auch auf Anraten eines Fachanwaltes dem Grundstücksgeschäft zugestimmt, um im Verfahren eine bessere Position zu haben.

Rechtsanwalt rät der GMS zu einem zügigen Ankauf des möglichen Schulgrundstücks

Pieper berichtet, dass nach wie vor neben dem Neubau einer zweizügigen Realschule mit Sporthalle auch ein Teilgrundstück für den Bau eines Gemeindezentrums der Freien Evangelischen Gemeinde im Gespräch sei. Angesprochen auf Altlasten auf dem Borgers-Areal verweist Pieper auf ein Bodengutachten. Die Altlasten seien für einen Schulbau kein KO-Kriterium, so Pieper.

Die CDU, die zu dem Zeitpunkt noch keine Kenntnis von dem Grundstückskauf hatte, hat in einem Pressegespräch vor der Planungsausschusssitzung am heutigen Donnerstag 17.15 Uhr im Rathaus die Verwaltung und die Mehrheitsfraktionen zu einem kooperativen Umgang mit der Georg-Müller-Schule aufgefordert. Fraktionschef Hendrik Schaefer bezeichnet die Ablehnung, die den GMS-Plänen von der Verwaltung und aus Teilen der Politik entgegenschlage als »nahezu reflexhaft«. Die zunächst interne Abfuhr der Verwaltung gegenüber den GMS-Vertretern sei mit der Politik nicht rückgekoppelt worden, sehen sowohl Schaefer als auch Detlev Kroos unangemessene Alleingänge. Inhaltlich bewertet die CDU die GMS ohnehin als Chance und mögliche Bereicherung. Dass hier eine Bedrohung fürs öffentliche Schulsystem vorliegen soll, hält die CDU schon allein wegen der vorliegenden Zahlen für nicht nachvollziehbar.

CDU fordert von der Stadt Halle eine kooperative Haltung gegenüber der GMS

Für Schaefer ist der nachgewiesen starke Elternwillen für die in der Region bereits gut etablierte GMS ein starkes Argument. Dabei spiele auch ein Halbtags-Angebot, wie es die GMS vorsehe, eine wichtige Rolle. »Viele Eltern wollen ihre Kinder zum Mittagstisch zuhause haben«, sagt Schaefer.

Johannes von Morsey kann nicht nachvollziehen, warum es in Halle auch in der Vergangenheit immer wieder Widerstände gegen christliche Angebote, wie zum Beispiel eine Kita in Trägerschaft der Mennoniten, gegeben habe. Axel Reimers erinnert daran, dass täglich Busse mit Kindern aus Halle zum Beispiel nach Bielefeld fahren, um dort GMS-Schulen zu besuchen. »Eltern, die ihre Kinder an eine solche Schule haben wollen, tun das sehr konsequent«, argumentiert Wolfgang Schulz. Während Barbara Schwittay auf den Erfolg der Realschule Steinhagen verweist, die zuletzt sogar 28 Schüler aus Halle angezogen hat.

Schaefer hält es für geboten, dass die Stadt einen fairen Umgang mit der GMS pflegt. Was die Stadt fürs Borgers-Gelände aufgelegt habe, gehe schon in Richtung Verhinderungsplanung. Eine Schuldebatte dürfe man nicht mit dem Planungsrecht abwürgen.

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