Navi-Vorschläge ab A-33-Abfahrt Schnatweg Mit Google-Maps über die Dörfer

Halle (WB). 45 Minuten soll es dauern von der künftigen Aufbahnabfahrt Künsebeck bis nach Osnabrück. Das sagt jedenfalls das Navigationssystem von Google auf dem Smartphone. Was der Routenplaner noch ausweist, zeigt die Ohnmacht der Verkehrsplaner: Google Maps hält sich nicht an Schilder und Wegweiser.

Das Navi von Tom-Tom vor der Kreuzung Tatenhausen. Damit werden Autofahrer Richtung B 68 geschickt.
Das Navi von Tom-Tom vor der Kreuzung Tatenhausen. Damit werden Autofahrer Richtung B 68 geschickt.

Schon vor Monaten haben die Experten von Landesbetrieb Straßen, Stadt Halle und Kreis Gütersloh (Straßenverkehrsamt) beraten, wie sie am Autobahnende in Künsebeck den Verkehrsstrom leiten.

Keine Zweifel gibt es bei den Lkw: Die dürfen nicht durch die Haller Innenstadt fahren, werden also ohnehin über Ravenna-Park und Tatenhausener Straße auf die Westumgehung (L 782) um Halle herumgeführt. Für die Pkw wird es aber keine Extra-Wegweisung geben, auch die werden also per Beschilderung über die gleiche Strecke geleitet (wir berichteten).

Autos werden über Hörste geschickt

An der Abfahrt Schnatweg wird es laut Sven Johanning, Sprecher Landesbetrieb Straßen NRW, auf dem Wegweiser vor dem Kreisverkehr nur eine Unterscheidung geben: Über den »Bypass« von der Autobahnabfahrt direkt auf den Schnatweg wird die Richtung »Gewerbegebiete Gartnisch und Werkstraße« sowie »Gerry-Weber-Stadion«. Über den Kreisverkehr, zweite Ausfahrt, werden dann die Ziele »Gewerbegebiete Halle/Westfalen und Künsebeck« sowie »Osnabrück« ausgewiesen.

Beschilderungen sind aber ein Ding, die vorhandenen Navigationsgeräte, ob fest eingebaut, mobil oder auf dem Smartphone, das andere. Beispiel Google Maps: Die Autobahn ist noch nicht eingezeichnet, aber der Kreisverkehr am Schnatweg als Ausgangspunkt. Von dort wird in blau (45 Minuten bis Osnabrück) als schnellste Strecke die über Ravenna-Park und Tatenhausener Straße bis zur Bokeler Kreuzung ausgewiesen. Von dort werden die Autofahrer allerdings nicht über die Westumgehung zur B 68 geschickt, sondern über Hörste, die Straßen Zum Niederdorf, Hörster Straße und Hesselteicher Straße in Borgholzhausen zur B 476 und dann zur Autobahn.

Eine Minute länger

Die Experten hoffen, dass sich ein Teil der Pkw-Fahrer auch die Strecke über Schnatweg und B 68 durch Halle als Weg Richtung Osnabrück sucht. Die dauert laut Navi nur eine Minute länger. Diese Strecke wird auch für das Ziel Gerry-Weber-Stadion ausgeschildert. In der Gegenrichtung wird an der Beschilderung Richtung Bielefeld übrigens nichts geändert. An der »Speckmann-Kreuzung« werden die Lkw ab 7,5 Tonnen auf die Westumgehung geschickt, alle Leichteren dürfen weiter durch Halle bis zum Schnatweg auf der B 68 fahren.

Um den Verkehrsfluss zu erleichtern, hat das Straßenverkehrsamt angeordnet, an der Kreuzung in Bokel die Ampelschaltung zu verändern. Und an der Auffahrt von der B 68 wird es auf der Westumgehung eine provisorische Ampelanlage geben. »Sonst kommen Linksabbieger von der Bundesstraße Richtung Werther überhaupt nicht mehr raus«, begründet Halles Tiefbau-Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann die Anordnung des Straßenverkehrsamtes.

Bis die Ampel steht, wird aber die Autobahn wohl schon bis Künsebeck geöffnet sein. Denn von der Ausschreibung bis zur Fertigstellung, so Sven Johanning, könnten durchaus ein paar Monate ins Land gehen.

Mehr zum Thema:

Vom 4. April dieses Jahres an soll der Verkehr auf dem Steinhagener Abschnitt der Autobahn 33 rollen. Nachdem die für Jahresende 2017 geplante Freigabe noch im November verschoben wurde, nennt der Landesbetrieb Straßenbau NRW nun erstmals einen verbindlichen Fertigstellungstermin. Hier geht’s zum Artikel.

Die Autobahnen in NRW müssen an vielen Stellen erneuert und erweitert werden. Deshalb steigt die Zahl der Baustellen. Autofahrer müssen sich in den nächsten Jahren an etlichen Stellen in Geduld üben. Eine Übersicht der anstehenden Baustellen gibt es hier.

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