KGH-Neuntklässler gewinnen ersten Preis mit »Feinstaub« Freud und Leid bei »Jugend forscht«

Halle/Herford (WB/mat). Wie dicht Jubel und Enttäuschung beieinander liegen können, zeigt sich jetzt im Fall der Neuntklässler vom Kreisgymnasium Halle (KGH) und ihren Vorbereitungen für den Regionalwettbewerb »Jugend forscht«. Während die einen am Wochenende in Herford einen ersten Preis absahnten, endete das Abenteuer »Jugend forscht« für die andere Gruppe leider frühzeitig: Ihr Modell und ihre Versuchsaufzeichnungen fielen dem Brand im KGH-Chemieraum zum Opfer.

Das erfolgreiche Haller Team sichert sich den ersten Preis in den Geo- und Raumwissenschaften: Mika Fynn Uthmann, Jonas Patzer und André Mendoza Arning (von links).
Das erfolgreiche Haller Team sichert sich den ersten Preis in den Geo- und Raumwissenschaften: Mika Fynn Uthmann, Jonas Patzer und André Mendoza Arning (von links). Foto: Sophie Hoffmeier

Es ist bekanntlich auch ein heiß diskutiertes Haller Thema: Dem Feinstaub haben sich André Mendoza Arning, Jonas Patzer und Mika Fynn Uthmann bei ihren Studien gewidmet. Statt im Bereich Chemie traten sie deshalb im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften an – und wurden dafür in dieser Kategorie mit dem mit 75 Euro dotierten ersten Preis ausgezeichnet.

Schüler haben Feinstoffsensoren selbst gebaut

Sie haben nicht nur Reaktionen getestet, sondern sogar ein eigenes Messgerät entwickelt. Da professionelle Geräte zu teuer waren, haben die Schüler auf der Grundlage von Internet-Anleitungen kurzerhand selbst Feinstoffsensoren gebaut. Diese Lösung ist nicht nur kostengünstiger, sondern beinhaltet auch einen neuartigen Ansatz: Die Sensoren sind mobil einsetzbar, da sie Daten in Echtzeit über ein Smartphone senden.

Mit ihrer eigenen Ausrüstung haben sich die Schüler dann auf den Weg gemacht, um ihre Heimatstadt Halle zu erkunden. Besonders ins Auge gefallen ist ihnen dabei die deutlich erhöhte Feinstaubbelastung an Silvester. »Eigentlich wollten sie auch die Werte in Verkehrszonen vergleichen, doch dabei konnten keine eindeutigen Ergebnisse erhoben werden«, sagt Ansgar Jaschke. Deutliche Werte lieferte hingegen die Messung an der B 68 vor und nach der Umgehungsstraße für Lkw, denn die Bereiche, in denen keine Lkw fahren dürfen, weisen laut Messungen der Schüler eine deutlich geringere Belastung auf.

Detailgetreues Modell einer Kaffeemaschine gebaut

Leider ein vorzeitiges Ende fanden dagegen die aufwändigen Vorbereitungen von Elena Minzera, Zoe Sickendiek und Sarah Bilstein. Aber auch wenn sie nun ohne ihre nachgebaute Kaffeemaschine nicht am Wettbewerb in Herford teilnehmen konnten, haben sie einiges gelernt: In den vergangenen Wochen haben sie versucht, dem lästigen Alltagsphänomen verkalkter Küchengeräte auf den Grund zu gehen. »Die Schüler haben geprüft, ob handelsübliche Reiniger auf Zitronensäure-Basis wirklich die beste Lösung sind«, sagt Chemie- und Deutschlehrer Ansgar Jaschke, der das Projekt betreute. Obwohl die Gruppe bei ihren Recherchen auf die Theorie gestoßen ist, dass Zitronensäure selbst einen Stoff bildet, der für Kaffeemaschinen schädlich sein kann, zeigten ihre Versuche ein beruhigendes Ergebnis: »In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich Zitronensäure nicht negativ auf das Gerät auswirkt«, so Jaschke.

Um dieses Ergebnis feststellen zu können, die Schüler kreativ werden. Gemeinsam haben sie ein detailgetreues Modell einer Kaffeemaschine gebaut und es mit Glas- und Kunststoffrohren versehen. Diese haben sie künstlich verkalkt, um den Reiniger zu testen. Und so war die Enttäuschung groß, als ihre Modelle in der vergangenen Woche den Flammen zum Opfer fielen.

Auf den Regional- folgt nun der Landeswettbewerb vom 19. bis 21. März in Leverkusen.

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