Bürgerinitiative in Halle verabschiedet zwei Petitionen – Messgerät wird aufgestellt Mehr Verkehr als angenommen

Halle (WB/mk). Landtagspräsident André Kuper wird in den nächsten Tagen Post von der Haller Bürgerinitiative Alleestraße bekommen.

Im ehemaligen Blumenhaus Mußmann: Einstimmig beschlossen die Mitglieder der Bürgerinitiative Alleestraße am Donnerstagabend die zwei erarbeiteten Petitionen an den Landtagspräsidenten zu senden.
Im ehemaligen Blumenhaus Mußmann: Einstimmig beschlossen die Mitglieder der Bürgerinitiative Alleestraße am Donnerstagabend die zwei erarbeiteten Petitionen an den Landtagspräsidenten zu senden.

35 Anwohner beschlossen am Donnerstagabend, zwei von Helmut Rose vorbereitete Petitionen, in denen die Ablehnung der vom Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen entwickelten Umbaupläne von Halles verkehrsreichster Nord-Süd Achse deutlich wird, zu unterstützen.

Außerdem verkündete der Sprecher der Bürgerinitiative, Helmut Rose, dass die von von ihm initiierten, aktuellen Messungen zum Verkehrsaufkommen wesentlich höher ausfallen als vom Verkehrsplaner angenommen.

Andere Zahlen als vom Verkehrsplaner

»Es sind 2500 bis 3000 Fahrzeuge mehr pro Tag auf der oberen Alleestraße als am Ortseingang. Das ist ein großer Unterschied«, sagt Helmut Rose zu den Messungen, die das Straßenverkehrsamt Gütersloh an drei verschiedenen Stellen der Alleestraße Anfang Februar durchgeführt hat. In Höhe der Alten Lederfabrik, am Hotel Hollmann sowie am alten Friedhof oberhalb der Bahnschienen wurden das Verkehrsaufkommen untersucht und es fällt auf, dass die Verkehrsdichte von Süden nach Norden immens zunimmt. »Das widerspricht den Worten von Dr. Ralf Kauten dramatisch, denn er sagte im Ausschuss, das Verkehrsaufkommen würde nach Norden hin abnehmen«, erklärt Helmut Rose

Ein Grund könnte sein, dass Verkehrsplaner Kaulen die im November 2015 durchgeführten Verkehrsmessungen am Ortseingang als Grundlage für seine Planungen genutzt hat. Dort geht es auch nach aktuellen Zählungen um etwa 6500 Fahrzeuge, doch die weitaus höhere Belastung im Norden wurde vermutlich nicht berücksichtigt oder erkannt. Was zu diesen unterschiedlichen Zahlen geführt hat, kann auch Helmut Rose nur vermuten, denn die Anlieger seien in den Arbeitskreis Nahmobilität nicht mit einbezogen worden. Eine Intransparenz, die Rose scharf kritisiert. »Wir waren nicht dabei und wissen auch nichts Genaueres«, so Rose, der sich mehr Kommunikation und Bürgerbeteiligung wünscht.

Für die Anlieger existenzgefährdend

Diese Intransparenz kritisiert die Bürgerinitiative auch in ihrer ersten Petition. Darin heißt es, das Zustandekommen der Entscheidung zum Umbau von Halles wichtiger Verkehrsader sei »in höchstem Maße ungerecht und undemokratisch« gewesen. In der zweiten Petition zielt die Initiative auf eine grundsätzliche Novellierung des Kommunalabgabengesetzes. »Bei einem Investitionsvolumen von etwa 3,5 Millionen Euro sollen bis zu 70 Prozent auf 54 Anlieger umgelegt werden. Das ist für die meisten Anlieger existenzgefährdend«, verdeutlicht Helmut Rose in seinem Schreiben an den Landtagspräsidenten. Rose hofft, dass André Kuper die Petition an die entsprechenden Ausschüsse überweist und womöglich ein Gesetzgebungsverfahren initiiert, das den Bau von Gemeindestraßen steuerfinanziert.

Möglichkeiten, die gestörte Kommunikation zwischen Stadt und Vertretern der Alleestraßeninitiative zu verbessern, gibt es am 9. März. Dann tagt in der Remise ein großer Bürger-Workshop, der Missverständnisse aus der Welt und gegenseitiges Verständnis schaffen soll. Außerdem beschloss die Bürgerinitiative, auf dem Vordach von Dr. Thelemanns Praxis ein Feinstaub-Messgerät installieren zu wollen, um auch die wachsende Gefahr von Abgasen dokumentieren zu können.

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