Kabarettist Uli Masuth nimmt in Halle Politik und Alltägliches aufs Korn Die blöde Seite der Macht

Halle (WB/mk). Uli Masuth zeigt sich ganz überrascht über die Tatsache, dass (nur) etwa 30 Zuschauer sein aktuelles Programm »Mein Leben als Ich« in der Remise erleben wollten. »Mit so vielen Menschen hätte ich nicht gerechnet. Es geht hier doch nur um mich«, scherzte der Wahl-Thüringer und stellte sofort klar, dass die Zuhörer keine Skandale zu erwarten hätten.

Uli Masuth nahm kein Blatt vor den Mund und begeisterte seine Zuhörer mit politischem Kabarett.
Uli Masuth nahm kein Blatt vor den Mund und begeisterte seine Zuhörer mit politischem Kabarett. Foto: Malte Krammenschneider

»Dafür ist bei mir kein Platz. Ich bin katholisch, verheirateter Familienvater und mache Kirchenmusik«, sagte Masuth, der seine Ausführungen immer wieder mit kurzen Melodien am Klavier musikalisch unterlegte.

Ganz so brav zeigte sich der Kabarettist in der Folge dann aber doch nicht. Mit schwarzem Humor und einer frechen Art kommentierte er das politische Geschehen in Deutschland und der Welt. Dabei nahm Masuth kein Blatt vor den Mund. »Ich habe die Nase voll von den Politikern in Berlin. Es fällt mir keiner ein, der Profil besitzt. Sigmar Gabriel spielt die beleidigte Leberwurst, und Andrea Nahles ist der einzige Mann in der SPD-Führung«, scherzte Masuth, der das ständige Postengeschacher der Volksparteien kritisiert.

Donald Trump wie im Kindergarten

Amerikas umstrittener Präsident Donald Trump verhalte sich laut Masuth wie ein Fünfjähriger, der im Kindergarten besser aufgehoben sei. »Es wird erzählt, dass Trump sich bei einem Staatsbesuch auf den Boden des Oval Office geworfen und mit den Händen auf den Boden geschlagen habe. Der Secret Service musste ihn daraufhin ohne Abendessen ins Bett bringen« erzählt Masuth, für den dies der Beweis sei, dass es neben der dunklen auch eine blöde Seite der Macht gebe.

Wurst essen nur noch auf dem Balkon

Doch nicht nur die politischen, auch die gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen bereiten dem Kabarettisten Uli Masuth Sorgen. Ihn verwirren die Zeiten, in denen Menschen ständig Selfies von sich machen, die Kinder kaum noch nach draußen gehen um zu spielen oder es als gefährlich gilt, oft Fleisch zu essen. »Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft. Dürfen wir sie bald nur noch auf dem Balkon essen oder müssen wir sogar vor die Tür gehen?«, fragte sich Masuth, der sein überschaubares Publikum schnell um den Finger gewickelt hatte und immer wieder zum Lachen brachte.

Ein gelungener Abend, der mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.

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