Plan für Nahmobilität jetzt einsehbar – Bürger sollen ihr Verhalten dauerhaft ändern Konzept mit Millionen-Investitionen

Halle (WB/SKü). Monatelang ist über die Inhalte des Nahmobilitätskonzeptes in Halle mehr oder weniger gerätselt worden. Jetzt ist es endlich öffentlich über die Homepage der Stadt für jedermann zugänglich. Einige der im Konzept getroffenen Aussagen sind wirklich neu, andere bergen angesichts der bisherigen Diskussionen durchaus auch Zündstoff.

Die Anbindung von Bus und Bahn gehört ebenfalls zum Nahmobilitätskonzept. An der Alleestraße ist der Öffentliche Personennahverkehr ein Knackpunkt bei der Tempo-30-Frage. Die flächendeckende Beruhigung der Innenstadt ist bekanntlich ein Streitthema in der Haller Politik.
Die Anbindung von Bus und Bahn gehört ebenfalls zum Nahmobilitätskonzept. An der Alleestraße ist der Öffentliche Personennahverkehr ein Knackpunkt bei der Tempo-30-Frage. Die flächendeckende Beruhigung der Innenstadt ist bekanntlich ein Streitthema in der Haller Politik. Foto: Klaus-Peter Schillig

Aus dem Rathaus wird immer wieder versichert, dass es sich um ein Konzept handele, dessen aufgeführte Maßnahmen als Anregungen und Vorschläge zu begreifen seien, die keineswegs so auch umgesetzt werden müssten. Gleichwohl liegt dem Maßnahmenplan eine lange Beratung in dem sechs Mal nicht-öffentlich tagenden Arbeitskreis Nahmobilität zugrunde, einiges davon ist in der Öffentlichkeit bereits kontrovers diskutiert worden. Dazu gehört zum Beispiel ein Tempo-30-Konzept, das in der Tat flächendeckend auf die ganze Innenstadt ausgebildet ist, inklusive Alleestraße, untere Bahnhofsstraße, Kättkenstraße und Martin-Luther-Straße. Auch die Sperrung des Ronchin-Platzes und des Rathaus-Vorplatzes ist in den Maßnahmen weiterhin aufgeführt, obwohl es genau dagegen Proteste gegeben hat.

Workshops und Verkehrserziehung

Die etwa 170 Einzelmaßnahmen in dem Nahmobilitätskonzept sind mit einem grob geschätzten ersten Kostenansatz versehen. Einige Punkte bewegen sich sogar im Millionenbereich wie zum Beispiel der Um- bzw. Neubau eines Knotenpunktes Hesselteicher Straße/Kölkebecker Straße (1,5 Mio), der städtebaulichen Neuordnung des Verkehrsraumes Alleestraße zwischen Schlammpatt und Kättkenstraße sowie des Künsebecker Weges zwischen Alleestraße und Neulehenstraße (jeweils 2,0 Mio.).

Auch Umgestaltungen an der Wertherstraße (1,0 Mio.), die Integration von Mönch-, Kaiser- und Bismarckstraße in die Tempo-30-Zone (1,2 Mio.) sowie der Rückbau der B68 nach Abstufung zur Gemeindestraße und Integration in die Tempo-30-Zone (2,0 Mio.) werden mit hohen Kostenschätzungen versehen.

Zum Thema »Nachhaltige Mobilität« soll durch Workshops und Verkehrserziehung eine Verhaltensänderung in der Bevölkerung erreicht werden. 50.000 Euro sind hierfür veranschlagt. Das Leitbild Nachhaltigkeit soll durch gezielte Werbeprodukte und Marketingmaßnahmen bei Bürgern und Gästen von Halle verankert und das Mobilitätsverhalten dauerhaft verändert werden.

Liste mit 170 Einzelmaßnahmen

Wer einen Blick in das Nahmobilitätskonzept werfen will, muss verschlungene Wege über die Homepage der Stadt Halle gehen . Dort finden Interessierte die von Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen entwickelten Teilkonzepte für Fußgänger- und Radverkehr, den ÖPNV und die umstrittenen Tempo-30-Zonen. Neben einem Gesamtverkehrskonzept mit verschiedenen Maßnahmen gibt es auch eine eng beschriebene Liste mit mehr als 170 Einzelmaßnahmen. Die als unübersichtlich empfundene Darstellung ist von einigen Ratsmitgliedern kritisiert worden.

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