Monatliche Sprechstunde für Menschen mit geringem Einkommen Wo der Anwalt gefragt ist

Halle (WB/kg). Eine derart »hanebüchene Nebenkostenabrechnung« hat Wolfgang Stieghorst kaum je zu Gesicht bekommen. Der Haller Rechtsanwalt kann dem Mieter nur raten, sich in dieser Sache juristischen Beistand zu suchen. »Da kann man ihm nur Mut machen«, sieht er realistische Chancen, vor Gericht Recht zu bekommen.

Zeigen Hilfesuchenden in der Rechtsanwaltssprechstunde des Mehrgenerationenhauses Halle Wege auf: (von links) die Juristen Dirk Wollnik, Gesine Uflerbäumer und Wolfgang Stieghorst sowie Karin Elsing.
Zeigen Hilfesuchenden in der Rechtsanwaltssprechstunde des Mehrgenerationenhauses Halle Wege auf: (von links) die Juristen Dirk Wollnik, Gesine Uflerbäumer und Wolfgang Stieghorst sowie Karin Elsing. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Ob Mietsachen, Unterhalt oder andere Fragen aus dem Familienrecht – Menschen mit geringem Einkommen scheuen oft den Gang zum Rechtsanwalt. Wegen der Kosten vielleicht, aber auch, weil sie Angst haben, dass eine Auseinandersetzung mit dem Ex oder den Eltern eskaliert oder weil sie ungern zu Behörden und Institutionen gehen. Oder einfach, weil sie nicht wissen, dass einfach ein klares, eindeutiges Schreiben das Gebot der Stunde ist, wenn ein Jugendlicher einen fragwürdigen Handyvertrag unterzeichnet hat.

Unkomplizierter erster Kontakt

Einen unkomplizierten ersten Kontakt mit einem Rechtsanwalt bietet die Sprechstunde des Mehrgenerationenhauses der Diakonie in Halle. An jedem dritten Dienstag im Monat in der Zeit von 17 bis 18 Uhr helfen die Rechtsanwälte Gesine Uflerbäumer, Wolfgang Stieghorst und Dirk Wollnik weiter.

Mit einem neuen Flyer macht das Mehrgenerationenhaus auf die kostenlose Rechtsanwaltssprechstunde in Halle aufmerksam – und auf die Tatsache, dass sie künftig regelmäßig nur einmal monatlich stattfindet. Karin Elsing: »Wir wollen Menschen mit geringem Einkommen unkompliziert einen ersten Kontakt zum Anwalt ermöglichen oder zeigen, wo gegebenenfalls öffentliche Hilfen zu erwarten sind, beispielsweise in Beratungsstellen.« Das Team im Mehrfamilienhaus nimmt Anfragen jedenfalls vertraulich entgegen. Die Rechtsanwälte unterliegen der Schweigepflicht.

Keine Instanz für zweite Meinungen

Beraten werden in jeder Sprechstunde nach telefonischer Terminvereinbarung (05201/666209) höchstens vier Fälle. Dirk Wollnik unterstreicht, man sei nicht die Instanz für zweite Meinungen oder Vermieter, die Ärger in ihrem Wohnblock haben, sondern helfe nur dabei, Wege für die weitere Vorgehensweise zu finden. Gesine Uflerbäumer ergänzt: »Wir fertigen keine Schriftsätze und lösen keine einzelnen Fälle. Wenn es sich zeige, dass es sinnvoll sei, einen Rechtsanwalt einzuschalten, könne beispielsweise ein Beratungshilfeschein beantragt werden. Wo und wie das geht, auch dabei helfen die Experten weiter.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.