KGH-Direktor zur Einführung von G9 und welchen Vorteil aktuelle Sextaner haben KGH-Direktor freut sich auf G9

Halle (WB/SKü). Wenn KGH-Direktor Markus Spindler an die künftigen Fünftklässler denkt, die vom 19. bis 21. Februar angemeldet werden können, dann wagt der Schulleiter schon den ganz weiten Blick voraus.

KGH-Direktor Markus Spindler war mit der Schulkonferenz seit Jahren ein Vorkämpfer für die Rückkehr zu G9.
KGH-Direktor Markus Spindler war mit der Schulkonferenz seit Jahren ein Vorkämpfer für die Rückkehr zu G9. Foto: Stefan Küppers

»Wenn diese Kinder 2026 ihr Abitur machen, spätestens dann bräuchte ich mehr Räume und mehr Personal«, sagt Spindler und hat einen rechnerischen Mehrbedarf von zwölf Prozent errechnet. Denn die künftigen Sextaner werden die ersten sein, die wieder ein Regelabitur nach neun Jahren (G9) ablegen werden. Und eine Ausweitung von acht auf neun Jahrgänge entspricht zwölf Prozent Zuwachs.

Doch natürlich fließt bis dahin noch viel Wasser den Haller Laibach hinunter und man wird die tatsächlichen Schülerzahlen für den Raum- und Lehrerbedarf abwarten müssen. Doch zunächst einmal freut sich Markus Spindler, dass mit der von der neuen Landesregierung beschlossenen Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren dem KGH ein Wunsch politisch erfüllt worden ist, für den diese Schule bereits seit Jahren gekämpft. Zu Zeiten, als der Mainstream noch stark für G8 war, positionierte sich die Schulkonferenz des KGH mit Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern einstimmig (20 Ja, eine Enthaltung) für eine Rückkehr zu G9.

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Der Schulalltag wird deutlich entschleunigt werden. Und wir können unserem Auftrag der vertiefenden Allgemeinbildung besser nachkommen.

Markus Spindler

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»Wir sind für diese Entwicklung dankbar und ich kenne keinen, der sich nicht drauf freut«, sagt Spindler. Vom kommenden Schuljahr an wird nun auch am KGH G9 umgesetzt. »Der Schulalltag wird deutlich entschleunigt werden. Und wir können unserem Auftrag der vertiefenden Allgemeinbildung besser nachkommen«, sagt der Direktor. Insbesondere für das AG-Angebot erwartet er neuen Schwung. Ob Musikangebote, Jugend forscht oder auch Sportkurse: »Die Schüler werden wieder mehr Zeit haben zu Experten bei ihren Neigungen zu werden.« Der flexible Ganztag am KGH, ein beitragsfreies Betreuungsangebot für Eltern, die dies wünschen, soll auch in G9-Zeiten bleiben.

Die zweite Fremdsprache werden die künftigen Fünftklässler wohl erst in der siebten Jahrgangsstufe wählen müssen. Wie Spindler hört, soll dafür der Englischunterricht in den Grundschulen etwas zurückgefahren werden und zwar zugunsten von Übungen bei Rechtschreibung und Grundrechenarten. »Auch das begrüßen wir sehr«, sagt Markus Spindler.

Die aktuellen Sextaner werden wohl noch ein G8-Abitur machen. »Doch das sind doch glückliche Kinder«, hat Spindler einen speziellen Umstand im Blick. Denn wenn sie Abitur machen, wird anschließend ein ganzer Jahrgang Pause sein, zum Beispiel an den Universitäten. Entsprechend werden Plätze frei sein auch in begehrten Numerus-Clausus-Fächern. »Das werden dann alles Mediziner«, schmunzelt Spindler.

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