Nach Attacke in Haller Wohnheim 74-Jähriger noch nicht über den Berg

Halle/Bielefeld (WB/hn). »Wir setzen alles daran, um weitere Indizien in diesem Fall zu finden«, sagt Kathryn Landwehrmeyer, Pressesprecherin der Polizei in Bielefeld, zum Stand der Ermittlungen zum versuchten Tötungsdelikt in Halle. Gestern setzen die Beamten die Suche nach dem Gegenstand fort, mit dem ein 74-jähriger Rentner am Samstag in einem Wohnheim in Sandforth lebensgefährlich verletzt worden ist.

In diesem Wohnhaus für Obdachlose und Flüchtlinge wurde der 74-jährige Rentner brutal geschlagen. Die Polizei richtete eine Mordkommission ein.
In diesem Wohnhaus für Obdachlose und Flüchtlinge wurde der 74-jährige Rentner brutal geschlagen. Die Polizei richtete eine Mordkommission ein. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Von dem mutmaßlichen Tatwerkzeug, das die Polizei unter Einsatz von Spürhunden im weiten Radius um das Heim gestern vergeblich suchte, versprechen sich die Ermittler entscheidende Hinweise. »Wir ermitteln in alle Richtungen«, erklärt Landwehrmeyer. Allerdings bleibe jener 21-jährige Mitbewohner, der kurz nach der Tat in unmittelbarer Nähe des Hauses gesehen wurde. Dieser hatte den Senior bereits im Dezember schwer verletzt.

Mangelnde »schwere Beweislast«

Den Zustand des Mannes beschrieb die Sprecherin als »nicht mehr so kritisch«. Allerdings sei der 74-Jährige längst nicht über den Berg, sagt die Polizeisprecherin mit Verweis auf dessen fortgeschrittenes Alter.

Im Fokus der Ermittlungen bleibt der 21-jährige Verdächtige. Dieser bestreitet die Tat. Dass dieser nach Vorführung bei der Haftrichterin wegen mangelnder »schwerer Beweislast« auf freien Fuß gesetzt wurde, will die Polizei nicht kommentieren. »Das spornt die Ermittler nur weiter an, weitere Indizien zu sammeln«, erklärte Kathryn Landwehrmeyer. Ein Schwerpunkt, um Anhaltspunkte zu verdichten, seien die Zeugenaussagen von weiteren Bewohnern des Obdachlosen- und Flüchtlingsheimes, von denen sich zum Tatzeitpunkt einige in dem Haus an der Gütersloher Straße aufgehalten haben.

Rentner blieb bis zum 16. Januar im Krankenhaus

Am 18. Dezember hatte der junge Mann den Rentner so brutal angegriffen, dass dieser bis zum 16. Januar im Krankenhaus bleiben musste. Über die damaligen Motive des jungen Mannes für den Angriff gibt es keine Erkenntnisse. Nach seiner Entlassung habe der 74-Jährige auf eine Anzeige verzichtet. Diese stellte eine andere, ihn betreuende Person.

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