Interessante Perspektivwechsel in Ausstellung von Anja Wallmichrath und Christian Knehans in Halle Wie sich eine Künstlerin und ein Fotograf finden

Halle (WB). Wenn sich Künstler mit Kunst beschäftigen, entstehen daraus oft neue Kunstwerke. Das haben am Sonntag 50 Besucher der Städtischen Galerie in der »Alten Lederfabrik« entdeckt. Die Haller Skulpteurin Anja Wallmichrath und der Versmolder Fotograph Christian Knehans zeigen ihre verschiedenen »Perspektiven« des menschlichen Wesens.

Von Eische Loose
Nicht gesucht, aber gefunden: Fotograf Christian Knehans ist zutiefst von den Skulpturen berührt. Und in seinen Bildern findet Anja Wallmichrath wieder, was sie ausdrücken will.
Nicht gesucht, aber gefunden: Fotograf Christian Knehans ist zutiefst von den Skulpturen berührt. Und in seinen Bildern findet Anja Wallmichrath wieder, was sie ausdrücken will. Foto: Loose

Die eine beobachtet lange und versenkt sich dann in die Gestaltung ihrer Skulpturen aus Alabaster-Gips und Bronze. Anja Wallmichrath bildet dabei nicht nur ab, sondern lässt ihre eigenen Gefühle und Gedanken durch ihre Hände in die Gestalten fließen. Der andere beobachtet ebenfalls lange, hält dann jedoch spontan einen einzigen flüchtigen Moment fest. Christian Knehans' schwarz-weiß Fotographien sind zwar notgedrungen der Realität verpflichtet, zeigen jedoch große Individualität durch die persönliche Wahl des Moments.

Beide Aussteller zeigen interessante Perspektivwechsel

Als sich die beiden Künstler anlässlich der Veranstaltung Unikat 2016 erstmals trafen, fühlten sie direkt eine tiefe Verbundenheit. Sie entschlossen sich zur Zusammenarbeit. Ein natürlicher Schritt, wie Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann zur Eröffnung meint: »Beide haben nämlich ein tiefes Interesse am Menschen.«

In seiner Einführung geht Künstler Sieghard Watzke sogar noch weiter: »Zwar sind die Methoden so unterschiedlich wie es nur sein kann. Doch gibt es viele deutliche Gemeinsamkeiten wie den emotionalen Ansatz und die harmonische Ästhetik voll charismatischer Zurückhaltung.« Christian Knehans selbst sagt in der Rückschau, die Skulpturen hätten ihn zutiefst berührt. Anja Wallmichrath sieht ihre Figuren in seinen Fotografien aus neuem Blickwinkel. »Außerdem stellen die Bilder genau das dar, was ich mit meinen Figuren ausdrücken will«, fügt sie an.

Junge Tänzer interpretieren Kunstarbeiten auf ihre Weise

Dennoch lassen beide sowohl allein und noch mehr durch die Beziehung zueinander viel Freiraum für Interpretation, stellt Sieghard Watzke heraus und rät den Besuchern: »Nehmen Sie Zeit, um den Geschichten, die die dargestellten Menschen erzählen, hinterher zu spüren.« Bei der Eröffnung gaben die 16 Tänzerinnen von »Beat in Motion« vom TSA der Spvg Versmold erste Impulse. Nach einem Rundgang durch die Ausstellung hatten sie mit ihren Trainerinnen Dagmar Nickel und Karina Damme eine Kette von bewegten Posen erarbeitet. Damit fügten sie den »Perspektiven« weitere Blickrichtungen auf das Menschliche hinzu. Eigene Entdeckungen können Besucher noch bis zum 25. Februar machen.

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