Im Standesamt Halle liegen Trauungen mit (Live-)Musik voll im Trend Von Amts wegen immer festlicher

Halle (WB). Bei Hochzeiten im Standesamt Halle liegt Musik in der Luft. Entweder nehmen die Paare Platz zum klassischen »Hochzeitsmarsch« von Felix Mendelssohn Bartholdy oder aber zu ihrem ganz besonderen Lied – ein Trend beim Trauungszeremoniell.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Bei den Standesbeamten Hannelore Kahmann und Friedhelm Manzau geht’s vom Amts wegen herzlich zu.
Bei den Standesbeamten Hannelore Kahmann und Friedhelm Manzau geht’s vom Amts wegen herzlich zu. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

»Das macht das Ganze noch einen Tacken feierlicher«, sagt Standesbeamtin Hannelore Kahmann über »die schönen Seiten des Berufes«. Immer öfter werde die Eheschließung auch mit Live-Musik begleitet sowie oft mit mehr Besuchern, als man unterbringen könne. »Bei 30 Leuten ist Schluss. Trauungen mit offener Tür sind nicht schön«, sagt sie.

Wie ihr Kollege Friedhelm Manzau ist sie gern bereit, ihre kleine Ansprache so persönlich zu gestalten, wie es möglich ist und sie Informationen bekommt. »Wir sind aber keine freien Redner«, weist sie auf die Grenzen hin.

Viele »Wiederholungstäter«

94 Paare haben sich im vergangenen Jahr im Haller Rathaus das Ja-Wort gegeben. Mehr als 30 Prozent davon waren »Wiederholungstäter«: Sie sind schon die zweite Ehe eingegangen. Von der neuen Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Eheschließung umzuwandeln, hat im Herbst erst ein Paar Gebrauch gemacht.

Die Geburt eines Kindes ist heutzutage keine Grund mehr, schleunigst vor den Altar zu treten, wissen die Standesbeamten. Hannelore Kahmann: »Mitunter wird auch erst nach dem zweiten Kind geheiratet – in aller Ruhe.«

Die Statistik, in die allerdings auch noch spät gemeldete Geburten aus dem Jahr 2016 eingegangen sein können, weist neben 279 Sterbefällen 411 Neugeborene aus, davon 200 Jungen. Wie berichtet, sind 403 Kinder im Krankenhaus Halle zur Welt gekommen. Hannelore Kahmann: »Unser Krankenhaus wirkt sich aus. Wir haben deshalb auch viele Geburten von auswärts.« 60 Prozent der Eltern leben in der Lindenstadt.

Kurz und klassisch

Im vergangenen Jahr interessantes Detail in der Standesamtsstatistik ist die Häufung von Vornamen. So haben neun Ehepaare ihrer Tochter den Namen Emma gegeben – ebenso viele haben sich für Mia entschieden. Bei den Jungen taucht acht Mal der Vorname Leon auf. Bei den Eltern, die ihren Töchtern einen zweiten Namen mit auf den Lebensweg gegeben haben, haben zehn den Klassiker gewählt: Marie oder Maria.

»Kurze Namen sind eindeutig im Trend«, sagt Hannelore Kahmann mit Blick auf die beliebtesten Jungennamen Milan und Noah, die jeweils viermal auftauchen sowie Lea, Lena, Leni, Ben, David, Emil & Co., die mit dreimal folgen. Statistisch gibt’s nur wenige Ausreißer – den langen, gleichwohl beliebten Namen Katharina und den ungewöhnlich Knabennamen Diamond. Den haben die Beamten akzeptiert, weil er in Schwarzafrika eben so üblich ist – wie Prince.

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