Friseurmeisterin Ulla Böhm übergibt Geschäft an Kerstin Knehans Im Salon spielen Herz und Haare eine Rolle

Halle-Hörste (WB/kg). 70 Jahre Salon Bäumer – dabei soll es in Hörste bleiben, auch wenn Chefin Ulla Böhm (63) jetzt in den wohl verdienten Ruhestand gegangen ist und das Geschäft an der neuen Dorfstraße 5 in die Hand ihrer langjährigen Mitarbeiterin Kerstin Knehans übergeben hat. »Wir rocken das Ding«, freut sich die 44-Jährige auf die neue Aufgabe.

Das Quartett ist noch einmal komplett: Ulla Böhm (links) hat den Salon Bäumer in die Hände von Kerstin Knehans (2. von links) gegeben. Swantje Höcker und Inge Kleinemenke (rechts) bleiben an Bord.
Das Quartett ist noch einmal komplett: Ulla Böhm (links) hat den Salon Bäumer in die Hände von Kerstin Knehans (2. von links) gegeben. Swantje Höcker und Inge Kleinemenke (rechts) bleiben an Bord. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Liegt es am ausgezeichneten Arbeitsklima, dass in den vergangenen 15 Jahren keiner aus dem bislang vierköpfigen Team auch nur einen Tag lang krank geschrieben war? Den Schnupfen kriegen die Damen jedenfalls immer erst am Samstagmittag. Neben einem bisschen Glück und dem Fehlen jeglicher Unfälle, der positiven Energie durch die Feng-Shui-Gestaltung der Räume und dem Verantwortungsgefühl kommt es dem Quartett auf das Miteinander an. »Wir verstehen uns manchmal ohne Worte, obwohl hier viele Worte fallen«, sagt Kerstin Knehans mit einem Blick auf ihre Kolleginnen Swantje Höcker (50) und Inge Kleinemenke (65), die aus Rücksicht aufeinander auch manchmal die Zähne zusammenbeißen. Swantje Höcker arbeitet mit Unterbrechungen seit 20 Jahren im Salon Bäumer, Inge Kleinemenke seit 15 Jahren. »Friseurinnen sind wundervolle Personen, welche mehr Herzen als Haare berühren«, heißt ein Spiegelspruch, den Kerstin Knehans aus einer Glückwunschkarte übernommen hat. Sie selbst hat vor 24 Jahren in Hörste angefangen, gleich nach ihrer Ausbildung.

48 Jahre sind genug

Ulla Böhm hatte den Salon von ihrem Vater Fritz vor 28 Jahren übernommen. Vor 43 Jahren hatte dieser das Haus an der Neuen Dorfstraße gebaut und seinen Salon, den er in Halle gegründet hatte, von der Alten Dorfstraße umziehen lassen. Die Mutter eines Sohnes (29) und einer Tochter (27), die im elterlichen Salon gelernt hat, hat seit 1977 ihren Meisterbrief. »Mein Mann Wilfried hat mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden«, sagt sie und freut sich jetzt auf gemeinsame Freizeit, auf die Acrylmalerei und andere Möglichkeiten. »48 Jahre sind genug«, meint sie.

Dafür haben ihre Mitarbeiterinnen Verständnis. Swantje Höcker hat Arbeitszeit aufgestockt, Inge Kleinemenke wird den Ruhestand noch ein wenig hinausschieben. Das Quartett mit Kamm und Schere hat sich einen Namen gemacht und auch dank der Kenntnisse aus stetig besuchten Seminaren und Fortbildungen nicht nur aus Hörste Kundschaft, sondern aus dem ganzen Altkreis und sogar aus Bielefeld. Kerstin Knehans: »Am Erfolg haben wir viele Jahre mitgearbeitet und wollen auch in Zukunft mit der gleichen Qualität und der gleichen Begeisterung wie bisher arbeiten«.

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