Kollekte beschert Sträflingen Überraschung zum Fest Weihnachtspakete gehen ins Gefängnis

Halle/Werther (WB/pes). Mit 800 Euro aus der Kollekte konnte reichlich eingekauft werden. Dazu kamen reichlich Sachspenden nach dem Aufruf der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) zusammen, um Insassen der Justizvollzugsanstalt Brackwede mit Weihnachtspaketen eine Freude zu machen.

Gefängnis-Seelsorger Monsignore Wilhelm Schulte (li.) nimmt Pakete der FeG entgegen, die Heiner Koop, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Schwarzen Kreuzes Christliche Straffälligenhilfe, übergibt.
Gefängnis-Seelsorger Monsignore Wilhelm Schulte (li.) nimmt Pakete der FeG entgegen, die Heiner Koop, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Schwarzen Kreuzes Christliche Straffälligenhilfe, übergibt. Foto: Koop

Die FeG unterstützt so die Aktion »Weihnachtsfreude ins Gefängnis« des Schwarzen Kreuzes mit 25 Paketen. Mitgemacht haben auch sechs Inhaftierte selbst, die die Gottesdienste besuchen dürfen. »Es war eine tolle Aktion für unsere Gemeinde«, so Margarete Koop aus Werther. Kurz vor Weihnachten gingen die Pakete in die JVA Brackwede.

Empfänger der Weihnachtspakete, die über die christliche Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz in die Gefängnisse gehen, sind Inhaftierte, die als besonders bedürftig gelten. »Das sind etwa JVA-Insassen, die keine Angehörigen haben, die sie unterstützen«, sagt Heiner Koop, selbst ehrenamtlicher Mitarbeiter des Vereins. Das Schwarze Kreuz, einer seiner Arbeitskreise wirkt in Bielefeld und Halle, hilft Inhaftierten bei der Suche nach neuen Lebenswegen. »Ein Paket kann einen ersten Impuls setzen«, schreibt Heiner Koop. Kaffee, Gebäck, ein paar persönliche Zeilen – für einen Menschen hinter Gittern sei solch ein Paket von Unbekannt ein Zeichen, dass irgendwo auch an ihn jemand denkt. Das könne neuen Lebensmut geben.

In vielen Bundesländern, darunter NRW, dürfen Inhaftierte wegen des hohen Kontrollaufwands keine persönlichen Weihnachtspakete erhalten. Als gemeinnützige Organisation schickt das Schwarze Kreuz Pakete an Kontaktpersonen in JVA. Sie leiten sie an bedürftige Gefangene weiter. 1040 Weihnachtspakete von 690 Paketspendern des Schwarzen Kreuzes gingen dieses Jahr deutschlandweit an Menschen im Gefängnis.

Das Schwarze Kreuz Christliche Straffälligenhilfe hilft seit 1925 Straffälligen. Es will sie in eine bessere Zukunft ohne Straftaten begleiten und neues Leid und Opfer über Brief- und Besuchskontakte sowie Gesprächskreise verhindern. Die Geschäftsstelle begleitet und berät etwa 500 Ehrenamtliche und Inhaftierte, bietet ihnen Seminare und Projekte. Der Verein ist Mitglied im Diakonischen Werk, der Landeskirche Hannover und Sachsen. Finanziert wird die Arbeit über Spenden.

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