Vertragliche Differenzen: Restaurant in der Haller Innenstadt geschlossen Sauerzapfe dreht den Schlüssel um

Halle (WB). René Sauerzapfe, mit seinem Lokal »Sauerzapfes Junge Küche« Pächter im früheren Gasthof und jetzigen Hotel Hollmann, muss sein Restaurant schließen. Er hat bereits in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet.

Von Klaus-Peter Schillig
Abschiedsfoto vor dem Restaurant: Eva-Charlotte und René Sauerzapfe sehen vertragliche Differenzen als Auslöser für die Insolvenz und keine Chance auf eine Einigung.
Abschiedsfoto vor dem Restaurant: Eva-Charlotte und René Sauerzapfe sehen vertragliche Differenzen als Auslöser für die Insolvenz und keine Chance auf eine Einigung. Foto: Klaus-Peter Schillig

»Wir haben vom 1. bis 15. Januar Betriebsferien. Am 16. Januar sind wir ab 17 Uhr wie gewohnt für Sie da« bekommt man vom Anrufbeantworter zu hören, wenn man in diesen Tagen im Restaurant an der Alleestraße anruft.

Eine Wiedereröffnung wird es allerdings nicht geben: Das sagte zunächst Insolvenzverwalter Frank Welsch aus Gütersloh. Das hat er bereits auch Inhaberin Antje Siekendiek mitgeteilt, der der gesamte Gebäudekomplex mit Hotel und Restaurant gehört.

Und das bestätigten auch René Sauerzapfe (39) und seine Frau Eva-Charlotte (33). Sie haben nach eigener Aussage endgültig mit dem Restaurant in Halle abgeschlossen und wollen nicht mehr zurück.

»Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe hier seit Februar 2009 mein ganzes Herzblut, meine Energie und Kraft reingesteckt. Das war mein Baby«, sagt der Küchen- und Restaurant-Chef mit Wehmut.

Die jungen Wirtsleute sehen keine Möglichkeit mehr, sich mit ihrer Verpächterin zu einigen. Grund sollen Differenzen über vertragliche Regelungen und Verpflichtungen sein.

Wie ein Kartenhaus

Michael Jentsch, Anwalt der Sauerzapfes, vergleicht das junge Unternehmen mit einem Kartenhaus. Das sei solange stabil, solange alle Beteiligten mitzögen. Aber wenn einer eine Karte herausziehe, breche das Haus zusammen.

Antje Siekendiek sieht das etwas anders. Sie hat ihrerseits einen Anwalt eingeschaltet, widerspricht der Darstellung ihrer Ex-Pächter. »Meine Verträge sind in Ordnung und sauber«, sagt sie, will auf Einzelheiten aber ebenfalls nicht eingehen.

Sie bedauert ausdrücklich, dass es zu diesem Ende gekommen ist. Sie werde sich bemühen, so schnell wie möglich einen Nachfolger für das Restaurant zu finden. »Ich schaue nach vorn, es liegt aber zurzeit nicht in meiner Hand.«

Denn erst einmal ist jetzt Insolvenzverwalter Frank Welsch aus Gütersloh am Zug. Der hat zugesagt, gemeinsam mit der Verpächterin möglichst schnell eine Bestandsaufnahme zu machen, um festzustellen, wem was gehört und um eine zur Verfügung stehende Insolvenzmasse zu ermitteln. Dann könnte die Inhaberin relativ schnell wieder über ihre Räume verfügen.

Trotzdem beim »Haller Willem« dabei

René Sauerzapfe will auf jeden Fall weiter kochen. Dem Kollegen Andy Marten vom Landhotel Jäckel in Künsebeck hat er bereits eine Zusage gegeben für das gemeinsame Festzelt auf dem Stadtfest »Haller Willem« am 24. und 25. Mai.

Auch als Caterer für kleinere Events stehe er weiterhin zur Verfügung. Auf der Internetseite sauerzapfes.de ist der Kontakt zu finden. »Wir würden auch gern wieder ein schickes Restaurant übernehmen«, sagt Eva-Charlotte Kraak-Sauerzapfe.

Denn der Zuspruch der Gäste mache ihnen durchaus Mut für weitere Aufgaben. »Wir müssen ein gut gehendes Restaurant schließen.« Gleichzeitig bekämen sie wieder Luft, weil sie einen Schlussstrich gezogen hätten. Allerdings könnte es durchaus noch zu einem Rechtsstreit kommen über die vertraglichen Differenzen und die Frage, in welchem Umfang wem das Inventar des Restaurants gehört.

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