Dr. Joachim Lampe hat in Annette Mahnkopf Nachfolgerin für seine Praxis gefunden »Bin den Patienten doch verpflichtet«

Halle (WB). Die Medizin ist womöglich bald in Frauenhand – auch in den Haller Arztpraxen. In der Lindenstadt, die wegen eines drohenden Hausärztemangels als Fördergebiet gilt, wird bald die zweite Hausarztpraxis von einer Nachfolgerin übernommen.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Dr. Joachim Lampe und Annette Mahnkopf arbeiten schon seit Oktober 2015 Hand in Hand.
Dr. Joachim Lampe und Annette Mahnkopf arbeiten schon seit Oktober 2015 Hand in Hand. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Allgemeinmediziner Dr. Joachim Lampe (69) hat lange gesucht, bis er mit der gebürtigen Wertheranerin Annette Mahnkopf (44) die Lösung für sein Problem gefunden hat. »Ich hätte es mir schrecklich vorgestellt, die Praxis hinter mir einfach zuzusperren. Nach 36 Jahren fühlt man sich seinen Patienten gegenüber doch verpflichtet«, sagt er.

Schon seit Oktober 2015 arbeiten die beiden Hand in Hand. »Die Chemie zwischen uns stimmt«, hat Dr. Lampe festgestellt. Und genießt die entspanntere Arbeit im Duo. Die kommt auch dem Familienleben von Annette Mahnkopf zugute: Die Ehefrau eines KGH-Lehrers ist Mutter von zwei Töchtern (17 und 13 Jahre).

Abitur in Duisburg

Zurück in die Praxis. Die hat Dr. Lampe 1980 von Dr. Knipperts übernommen. Die Räume lagen damals im schiefergedeckten Frederking-Haus in der Kaiserstraße. Als in der Nähe das alte Asta-Gebäude abgerissen und ein Ärztehaus gebaut wurde, zog der Allgemeinmediziner um.

Der gebürtige Braunschweiger, der in Duisburg sein Abi gemacht hat, war beruflich und privat endgültig angekommen mit Frau und schließlich drei Töchtern. Die Bundeswehr hatte der Luftwaffenoffizier als Leutnant der Reserve verlassen. In Münster bestand er 1975 sein Medizin-Examen. Dr. Siegfried Zierenberg, der frühere Chefarzt der Inneren Abteilung am Krankenhaus Werther, holte ihn an den Teuto.

Nach einer Weiterbildung beim Chirurgen Dr. Klaus Pohlmann hatte Joachim Lampe neben dem Fachwissen als Internist die Qualifikation für die Aufgaben als Hausarzt. Eine Zusatzausbildung in Chirotherapie kam gut an bei Patienten, bei denen »die Knochen knackten«.

Mit Gattin Elvira tanzt er Standard und Latein

Dazu kam, dass der Hausarzt mit den heilenden Händen in 36 Jahren praktisch niemals selbst ausfiel. Mit einer robusten Gesundheit gesegnet, behandelte Dr. Lampe Kinderkrankheiten und Infekte bei kleinen und großen Patienten, ohne sich anzustecken – abgesehen mal von einem harmlosen Schnupfen.

Wie er sich fit hält? Er setzt auf Gelassenheit, auf Spaziergänge mit der Hovawart-Hündin Gina und seit 25 Jahren auf das Reitvergnügen im Verein. Mit Gattin Elvira tanzt er Standard und Latein.

Im Leben in einer Kleinstadt kennt er wenig Berührungsängste. »Ich finde es schön, hie und da auch einen kurzen Schnack mit Patienten zu halten, auch außerhalb der Sprechstunde und sogar über Krankheiten«, sagt er. Dr. Lampe: »Erstens ist das auch ein Zeichen von ärztlicher Wertschätzung und zweitens sind Patienten im Allgemeinen zurückhaltend.«

Begeisterte Cellistin

Annette Mahnkopf, ebenfalls Hundefreundin, hat nach dem Abitur 1991 in Werther erst ein Grundstudium in Latein und Deutsch absolviert. Dann sattelte sie in Gießen auf Medizin um. Mit dem Umzug zurück nach Ostwestfalen begann die Fachausbildung im »Klösterchen« in Bielefeld. Neun Jahre war sie dort in der Anästhesie, bevor sie ins Klinikum Gütersloh wechselte. Ein Jahr in der Inneren in Halle folgte, bevor sie in einer Bielefelder Praxis ganz speziell Erfahrungen in Schmerztherapie sammelte.

Wie sie die Praxis Lampe gefunden hat? Dabei verließ sich die begeisterte Cellistin, die früher sogar bei den Philharmonic Open der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford mitgespielt hat, ganz auf ihr Bauchgefühl. »Ich hatte schon vor, mich niederzulassen. Darum habe ich mir hier genau die Praxen daraufhin angeguckt, wo ich mich wohl fühlen kann.«

Sprechstunde in der Praxis Dr. Lampe/Annette Mahnkopf ist montags bis freitags in der Zeit von acht bis zwölf Uhr, montags und donnerstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr und dienstags von 16 bis 18 Uhr.

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