Debatte um Tempo 30 – Halle droht Aberkennung als Fahrprüfungsort Fahrlehrer skeptisch

Halle(SKü/jad). Der Beschluss von SPD und Grünen, dass in der Stadt flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden soll, stößt bei einem Haller Fahrlehrer auf große Bedenken. Halle droht dann nämlich die Aberkennung als Ort, in dem Fahrprüfungen durchgeführt werden dürfen.

Fahrlehrer Marco Massmann an einem Tempo-30-Schild an der Gartenstraße. Er hält wenig von einer flächendeckenden Tempo-30-Zone und hat die Befürchtung, dass Halle seinen Status als Prüfort für Fahrschüler verlieren könnte.
Fahrlehrer Marco Massmann an einem Tempo-30-Schild an der Gartenstraße. Er hält wenig von einer flächendeckenden Tempo-30-Zone und hat die Befürchtung, dass Halle seinen Status als Prüfort für Fahrschüler verlieren könnte. Foto: Jan Dresing

»Zuviel Tempo 30 wird in Fahrstunde zu Rumgeeiere«

Fahrlehrer Marco Massmann hat die seit Tagen laufende Debatte um flächendeckendes Tempo 30 in Halle als in der beruflichen Praxis besonders Betroffener mit großem Interesse verfolgt. Und er sagt: »Auch einige meiner Fahrlehrer-Kollegen sind skeptisch.« Wenn zuviel Tempo 30 vorgegeben sei, sei das auch in den Fahrstunden oftmals ein »Rumgeeiere«, es fehle Abwechslung.

»Überall Tempo 30, das wäre schon übertrieben. Man will ja auch vorwärts kommen. Das Mischungsverhältnis zwischen Tempo 30 und 50 muss passen. Dann ist auch die Akzeptanz größer«, sagt Marco Massmann. Er weiß aus der Ausbildungspraxis, dass zum Beispiel auf der Haller Westumgehung Lkw und andere Fahrzeuge sehr dicht auf den Fahrschulwagen auffahren, wenn der sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 hält.

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»Im Rahmen einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 ist die Frage berechtigt, inwieweit die Grundlagen (als Prüfort) noch erfüllt werden können.«

Sprecherin des NRW-Verkehrsministeriums

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Doch Massmann macht sich auch aus einem anderen Grund Sorgen bei einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30. Halle könne nämlich seinen Status als Prüfort verlieren, weil dann die Anforderungen nicht mehr erfüllt seien. Halle ist der einzige kleinere Ort im Umkreis, an dem Praxisprüfungen durchgeführt werden. Wenn nur noch Bielefeld oder Gütersloh als Prüforte zulässig seien, stiegen automatisch die Kosten, warnt Marco Massmann.

Eine Nachfrage beim NRW-Verkehrsministeriums bestätigt Massmanns Befürchtung. Eine Ministeriums-Sprecherin verweist auf die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), in der zum Beispiel die geforderte Häufigkeit verschiedener Verkehrssituationen im Verlaufe von Fahrprüfungen beschrieben ist.

Das Ministerium erklärt: »Im Rahmen einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 ist die Frage berechtigt, inwieweit die Grundlagen noch erfüllt werden können. Insbesondere sehe ich hier Probleme durch den damit gegebenenfalls einhergehenden Fortfall von vorfahrtregelnden Verkehrszeichen, der Verkehrszeichen zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit und dem Rückbau lichtzeichengeregelter Kreuzungsbereiche. Damit wären nämlich wesentlich Punkte aus dem Anforderungskatalog nicht mehr gegeben.« Es müsse aber der konkrete Einzelfall beurteilt werden.

Kommentare

Hier wird sehr gut deutlich, wie realitätsfern unsere Politiker sind - insbesondere die von Rot und Grün. Und die kennen anscheinend noch nicht einmal ihre eigenen Gesetze, bzw. sind nicht in der Lage, eigene Recherche zu betreiben. Die machen einfach mal ohne zu überlegen, nach dem Motto: Was kümmert mich nachher, was ich vorher getan/gesagt habe!

Debatte um Tempo 30 – Halle droht Aberkennung als Fahrprüfungsort - Fahrlehrer skeptisch

Ich weis gar nicht was Herr Massmann hat, er und seine Kollegen können in Zukunft doch doch die A 33 von Abfahrten Borgholzhausen bis Brackwede und zurück nutzen, wenn seine Schüler schneller als Tempo 30 kennenlernen sollen. Das tempo 30 in einer Komune dient doch dazu den Stadtsäckel über Radarmeßstellen schneller füllen zu können und berufstätigen Eltern die Verantwortung einer adäquaten Verkehrserziehung bei ihren Kindern zu nehmen.

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