Beim Late-Night-Shopping tummeln sich die Besucher rund um den Ronchin-Platz Tanzen bis nach Mitternacht

Halle(WB). Das hatte sich der alte Herr zu Lebzeiten wohl nicht träumen lassen: Unablässig turnen Kinder auf dem bronzenen Kutscher und seinem Gespann herum. Der »Haller Willem« wird zum Abenteuerspielplatz – und nur ein paar Meter entfernt geben sich auf der Bühne Sportler und Musiker die Klinge in die Hand.

Von Jan Dresing
Stimmungsvoller Abend in Halle.
Stimmungsvoller Abend in Halle. Foto: Jan Dresing

Das Late-Night-Shopping ist gut besucht und dennoch gemütlich: Mehrere hundert Besucher tummeln sich im Herzen Halles, klönen bei milden Temperaturen und kühlen Getränken unterm neuen Sonnensegel. Das »Shopping« wird dabei fast zur Nebensache. Bei der beliebten Veranstaltung der Haller Interessen- und Werbegemeinschaft (HIW) haben die Geschäfte bis 20 Uhr geöffnet. Doch das Geschehen spielt sich vor allem auf dem Ronchin-Platz ab. Für die Veranstalter ein »super Erfolg«, wie Sigrun Lohmeyer von der HIW betont, die das Fest gemeinsam mit Tanja Andriiouk und Sylwia Schulz organisiert.

Auf der Bühne zeigen die Schüler vom Karate Dojo in Halle ihr Können. Trainer Peter Lampe demonstriert die Kraft und Präzision der asiatischen Kampfkunst und zertrümmert mit der Faust zentimeterdicke Holzbretter. Die Fechtschule Turnieres hingegen führt martialische Schwertkämpfe nach historischem Vorbild. Ab 19 Uhr füllt sich der Platz vor der Bühne merklich. Unter dem Zeltdach sind kaum noch Plätze frei, die Sitzgelegenheiten rund um den Ronchin-Platz werden erobert. Als kulinarischer Verkaufsschlager erweist sich der »Steinhäger«, das lokale Aushängeschild des Grillwerks. Vor dem Cocktail-Stand vom Sauerzapfes bildet sich hingegen eine lange Schlange, die nach Caipirinhas, oder Erdbeer-Joghurt-Daiquiris verlangt.

Währenddessen besorgt Martin Roloff die passende Hintergrundmusik. Der Wertheraner spielt Klassiker von Neil Young bis John Denver. Und spätestens bei Reinhard Meys »Über den Wolken« steigen die Zuhörer mit in den Gesang ein. Kurz danach betritt die Hörster Formation »Outback« die Bühne und bringt mit handgemachtem Rock das Publikum zum Tanzen. »Nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft sind wir der neue Höhepunkt des Wochenendes«, sagt Sänger Dirk Müller überschwänglich und mit einem großen Augenzwinkern. Doch er sollte Recht behalten.

So klingt der lange Shopping-Samstag bei Temperaturen um die 20 Grad stimmungsvoll aus. Die Besucher machen es sich auf den Bierbänken gemütlich, vor der Bühne wird bis weit nach Mitternacht getanzt. Alles unter den wachsamen Augen von Willem Stuckemeyer und seinen Pferden.

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