Lösung für Altkreis mit Bielefeld fehlt noch – VVOWL plant Umfrage in Schulen Maßanzug fürs Schülerticket

Halle(WB). Wie kann man es hinbekommen, dass Haller Fahrschüler auch außerhalb der Schulzeiten für einen geringen Obolus Busse und Bahnen nutzen können?

Von Klaus-Peter Schillig
Wäre doch toll, wenn man eine Fahrkarte hätte, mit der man nach der Schule nicht nur nach Hause, sondern auch noch mit zu den Freunden in den Nachbarort fahren könnte.
Wäre doch toll, wenn man eine Fahrkarte hätte, mit der man nach der Schule nicht nur nach Hause, sondern auch noch mit zu den Freunden in den Nachbarort fahren könnte. Foto: Thomas F. Starke

Stefan Honerkamp, Vize-Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Ostwestfalen-Lippe (VVOWL), hat dazu gleich mehrere Vorschläge – größtenteils aber mit einem entscheidenden Manko: Für den Altkreis Halle gibt es noch kein maßgeschneidertes Ticket.

Honerkamp war Gastreferent im Ausschuss für Schule und Sport, um der Stadt Möglichkeiten aufzuzeigen, Kindern und Jugendlichen bei einem geringen Eigenanteil auch außerhalb der Schulzeiten Fahrten mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu ermöglichen. Das vom VVOWL angebotene Fun-Ticket wäre eine solche Möglichkeit. Das gibt es für zwölf Euro pro Monat mit Gültigkeit im ganzen Haller Stadtgebiet oder für 24,50 Euro monatlich für den gesamten Geltungsbereich des VVOWL, für 34.50 Euro sogar für ganz Westfalen. Den Nachteil erkannten nicht nur alle Ausschussmitglieder, sondern auch Honerkamp selbst: Fahrten ins Oberzentrum Bielefeld sind nur in der Version für 24,50 Euro möglich, eine Version preiswerter umfasst das Ticket nur den Kreis Gütersloh. Ein Fun-Ticket für den Altkreis Halle mit der Option Bielefeld müsste erst noch mit den beteiligten Nahverkehrsunternehmen entwickelt werden. Gespräche dazu will Honerkamp in den nächsten Monaten aufnehmen.

Man erreicht nur die Schüler, die Anrecht auf ein Schulwegticket haben

Dieses Fun-Ticket, schlug er dem Ausschuss vor, sei aber auch kombinierbar mit dem schon vorhandenen Schulwegticket. Das bekommen alle Sek.-I-Schüler, die mindestens 3,5 Kilometer Fußweg von der Schule entfernt wohnen, und alle Sek.-II-Schüler, die mindestens fünf Kilometer entfernt wohnen. Für den Geltungsbereich Kreis Gütersloh würde das die Stadt zusätzlich neun Euro pro Kopf und Monat kosten mit zusätzlichen Nachlässen für zweite und weitere Kinder einer Familie. »Die Stadt müsste aber alle betroffenen Schüler verpflichten, dieses Ticket zu nehmen und könnte dafür einen Eigenanteil der Eltern eintreiben«, sagte Stefan Honerkamp. Auch hier ist Bielefeld noch nicht mit drin. Und es gibt einen zweiten Nachteil, bei dem auch der VVOWL-Vertreter eine Zwei-Klassen-Gesellschaft sieht: Man erreicht nur die Schüler, die Anrecht auf ein Schulwegticket hätten. Claudia Lantzke (SPD) brachte es auf den Punkt: »Da darf dann einer mit dem Schülerticket fahren, der Kumpel hat aber keins. Dann fahren doch wieder die Eltern mit dem Auto.« Und auch Sandra Wissmann fürchtet, dass das schon innerhalb einer Straße sehr ungerecht werden könnte.

Ein bisschen Zeit bleibt noch für Überlegungen und Entscheidung: Eine Einführung wäre frühestens zum 1. Januar 2018 möglich.

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