Erst nach dem Gottesdienst in der St.-Johanniskirche strahlte die Sonne Zu nass für Taufe am See

Halle(WB). »Sie haben ganz klar die ›Abenteuer-Taufe‹ gebucht«, scherzte Pfarrer Bernd Eimterbäumer in der vollen St. Johannis-Kirche. In der Kirche? Bei der Taufe am See? Ja, denn es hatte fast ohne Unterlass geregnet und nach einer Ortsbegehung, bei der sogar Schuhe im Schlamm stecken blieben, war klar, dass dort kein Gottesdienst stattfinden kann.

Die Täuflinge wurden im See untergetaucht (Pfarrer Nicolai Hamilton links, Pfarrer Bernd Eimterbäumer rechts) so wie Johannes der Täufer einst Jesus im Jordan getauft hat. Getauft wurde  hier Philipp Kaiser, im Vordergrund wartet Pauline Leonie Schley.
Die Täuflinge wurden im See untergetaucht (Pfarrer Nicolai Hamilton links, Pfarrer Bernd Eimterbäumer rechts) so wie Johannes der Täufer einst Jesus im Jordan getauft hat. Getauft wurde hier Philipp Kaiser, im Vordergrund wartet Pauline Leonie Schley. Foto: WB

Und so entschloss man sich, den Gottesdienst in die Kirche zu verlegen und danach zur Taufe zum See zu fahren. Eine kluge Entscheidung: nach dem Gottesdienst strahlte die Sonne vom Himmel und machte die Taufe am See nicht nur möglich, sondern zu einem tollen Ereignis für alle Beteiligten. In der Kirche begleitete eine die Band  mit Moana Kroll, Kristian Marschewski und Sascha Wulf den Gottesdienst, der von den drei Pastoren Tim Henselmeyer, Nicolai Hamilton und Bernd Eimterbäumer für die 23 Täuflinge und ihre Familien gestaltet wurde.

ENTSCHEIDUNG ZU GOTT

In seiner Predigt freute sich Nicolai Hamilton über die »Entscheidung zu Gott«, die für die kleinen Täuflinge von den Eltern und Paten getroffen wurde. Die älteren Täuflinge hätten diese Entscheidung jedoch bewusst selber getroffen. »Es ist wichtig, sein Herz an etwas zu hängen«, sagt er. Und das könne auch mal der Fußball sein, der ja auch im Moment sehr wichtig sei. Aber der Fußball verändere das Leben nicht. »Ich mag Fußball, mein Herz aber hängt an Jesus«, formulierte Nicolai Hamilton ganz klar. Jesus könne helfen, heilen, er berühre durch seinen heiligen Geist. Und er sagte den Täuflingen, dass Jesus ihnen ein erfülltes Leben mit Sinn und Hoffnung schenke. Mit einem einzigen Satz brachte er es auf den Punkt: »Jesus kennt dich und er hat dich trotzdem lieb«.

Nach dem fröhlichen und stimmungsvollen Gottesdienst fuhren alle zum Heinrichsee, wo die 23 Täuflinge im Alter von 0 bis 34 Jahren von den drei Pfarrern mit Seewasser getauft wurden. Die kleinen Kinder im flachen Bereich mit drei Händen Wasser aus dem See, die jugendlichen und erwachsenen Täuflinge mit einem kompletten Untertauchen im Heinrichsee – und das alles bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel.

Weil er wirklich glaubt

Danach sagte der 13jährige Täufling Philipp Kaiser, das er sich nicht nur für die Taufe entschieden habe, weil im nächsten Jahr seine Konfirmation sein wird, sondern vor allem, weil er wirklich an Gott glaube und seinen Weg im Glauben gehen möchte. Auch seine beiden Paten, Ute Schuld und Peter Hartel, habe er selber ausgewählt. »Sie stehen mir beide nicht nur sehr nahe, sie leben beide auch christlich«, sagte Philipp, der seine Taufe im See als sehr eindrucksvoll empfand.

Anschließend wurde noch im Martin-Luther-Haus bei Grillwürstchen und leckeren Salaten gefeiert. Teilnehmer Kurt Haselhorst zeigte sich sehr beeindruckt: »Was die Kirchengemeinde hier auf die Beine gestellt hat, das ist wirklich sehr anerkennenswert.«

Die Täuflinge

Pfarrer Tim Henselmeyer: Mika Linus Pawelek.

Pfarrer Bernd Eimterbäumer: Paula Sophie Niemann, Jaelle Sharleen Brandt, Lara Sofie Marie Tischler, Jan Heinrich Kätzler, Jan Gerdes, Ole Olaf Haselhorst, Nils Friedrich Kätzler, Justin René Brandt, Christina Ferber, Matthias Runge und Marcel Tischler.

Pfarrer Nicolai Hamilton: Maximilian Finger, Neyla Sarah Sielaff, Milla Hirtz, Marla Hirtz, Vanessa Lapp, Nico Lapp, Philipp Kaiser, Pauline Leonie Schley, Enrica Zgorselsky, Marziyceh Andishepazir und Kasem Demir.

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