Verein der Zahnärzte im Altkreis informiert Pflegekräfte und Angehörige Offensive für ein gutes Gebiss

Halle(WB). Waschen, An- und Ausziehen, Eincremen, Medikamente verabreichen, Hilfestellung beim Essen – stationäre wie mobile Pflegekräfte haben bei ihren pflegebedürftigen Patienten eine Fülle von Arbeiten zu erledigen. Immer unter Zeitdruck. Die Zahnärzte im Altkreis Halle wollen von der knappen Zeit noch etwas abknapsen, werben für gründliche Zahnpflege. Für kommenden Mittwoch laden sie deshalb zu einem Infoabend ins Haller DRK-Zentrum an der Bismarckstraße ein.

Von Klaus-Peter Schillig
Die beiden Haller Zahnärztinnen Dr. Gerlinde Schulte-Brochterbeck (links) als Vorsitzende des Vereins und Dr. Ulrike Ziegler wollen mit ihren Kollegen aus dem Altkreis offensiv für bessere Zahngesundheit bei pflegebedürftigen Menschen werben.
Die beiden Haller Zahnärztinnen Dr. Gerlinde Schulte-Brochterbeck (links) als Vorsitzende des Vereins und Dr. Ulrike Ziegler wollen mit ihren Kollegen aus dem Altkreis offensiv für bessere Zahngesundheit bei pflegebedürftigen Menschen werben. Foto: Klaus-Peter Schillig

»Vor 20 Jahren war das alles noch kein Problem, da hatte fast jeder Mensch in einem Pflegeheim eine Vollprothese«, sagt die Haller Zahnärztin Dr. Ulrike Ziegler. »Durch verbesserte Vorsorge ist es heutzutage aber mit Corega-Tabs nicht mehr getan«, ergänzt Dr. Gerline Schulte-Brochterbeck, die Vorsitzende des Vereins niedergelassener Zahnärzte im Altkreis Halle. Inzwischen hätten viele Menschen auch im hohen Alter noch ihre eigenen Zähne im Mund. Und auch Zahnersatz wird inzwischen anders befestigt. »Was wir darunter manchmal finden...«, deuten die beiden Haller Zahnmedizinerinnen nur an, wie unangenehm es auch für den Arzt werden kann, wenn bei pflegebedürftigen Patienten die Mundhygiene über einen längeren Zeitraum vernachlässigt wird.

Insgesamt acht Kollegen aus dem Altkreis haben deshalb zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Vor allem die Mitarbeiter der Pflegeheime sind angeschrieben worden, die Einladung gelte aber natürlich auch für die Mitarbeiter der mobilen Pflegedienste und auch für pflegende Angehörige. Tipps und Tricks rund um die Zahnpflege können sicher alle gebrauchen. Denn gerade im Alter können Defizite im Mund sich schnell zu gesundheitlichen Problemen auswachsen.

In erster Linie, sagt Dr. Gerlinde Schulte-Brochterbeck, sollten auch demente Patienten angehalten werden, sich selbst die Zähne zu putzen. Auch dafür gibt es Hilfsmittel, wie einen dickeren Griff für die Zahnbürste oder die elektrische Antriebseinheit.

Mehr Arbeitsaufwand kommt auf Angehörige oder Pflegekräfte zu, wenn sie selbst Hand anlegen müssen. Aber auch das sollte regelmäßig und täglich geschehen, raten die beiden Zahnärztinnen. Denn mangelnde Pflege führt nicht nur zu Karies und Parodontitis und damit auch zu gesundheitlichen Folgeschäden, sondern schädigt auch vorhandenen Zahnersatz, Teilprothesen oder Implantate. Denn auch die sollten ständig gereinigt werden.

Wie man im fremden Mund Zähne putzt, wie man so genannte Teleskop-Prothesen löst und viele weitere Handgriffe zeigen die beteiligten Zahnärzte beim Infoabend. »Wir helfen aber natürlich auch, wenn Angehörige oder Pflegekräfte mit den Patienten in die Praxis kommen«, sagt Dr. Schulte-Brochterbeck. Anmeldungen für den Informationsabend im Haller DRK-Zentrum, Bismarckstraße 1, können noch bis Mittwoch per E-Mail an praxis_dr.schulte-brochterbeck@gmx.de oder telefonisch an die Praxis Dr. Wübben unter 05204/3508 gerichtet werden.

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