Internet mit bis zu 100 Mbit pro Sekunde: Bis zum Jahresende werden 30 Kilometer Glasfaserkabel verlegt Telekom macht Internet schneller

Halle (WB). Die ersten Meter sind schon unter der Erde. Die Telekom hat in Halle begonnen, ein Glasfasernetz für schnelles Internet mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde auszubauen. Schon zur Jahresmitte können die ersten Haushalte angeschlossen werden.

Am Maschweg war das von der Telekom beauftragte Unternehmen in dieser Woche zuerst aktiv. Martin Jörn bringt hier das Glasfaserkabel, das von Kunststoffleerrohren als Schutzhülle umgeben ist, unter die Erde zu bringen.
Am Maschweg war das von der Telekom beauftragte Unternehmen in dieser Woche zuerst aktiv. Martin Jörn bringt hier das Glasfaserkabel, das von Kunststoffleerrohren als Schutzhülle umgeben ist, unter die Erde zu bringen. Foto: Stefan Küppers

Von Klaus-Peter Schillig

Die superschnellen Glasfaserkabel gibt es nach Auskunft der Telekom-Pressestelle und des Infrastrukturbetriebes Nord in Hannover nicht bis ins Haus, sondern nur von der Hauptvermittlungsstelle neben dem ehemaligen Postamt bis zu den sogenannten Multifunktionsgehäusen (MFG). 47 dieser grauen Kästen im Stadtgebiet werden ausgetauscht und aufgerüstet auf die Vectoring-Technik. Die macht auf den letzten Metern zwischen den MFG und den Endabnehmern auch die vorhandenen Kupferkabel fit für die schnellere Breitbandübertragung.

Je näher man am Multifunktionsgehäuse wohnt, umso schneller wird man künftig im Internet surfen und Dateien laden können. Im Umkreis von 300 Metern sind bis zu 100 Mbit pro Sekunde möglich, mit wachsender Entfernung nimmt die Leistungsfähigkeit ab. Im Regelfall kommen aber noch 50 Mbit an.

9000 Haushalte werden angeschlossen

30 Kilometern Glasfaserkabel will die Telekom im jeweils günstigsten Verfahren unter Straßen oder Bürgersteige verlegen, nimmt dabei, wenn möglich, auch Leerrohre der Stadt in Anspruch. Anders herum beteiligt sich die Stadt da, wo ohnehin gebuddelt werden muss, an den Kosten, weil auch sie Leerrohre für ihr künftiges eigenes Glasfasernetz verlegen lässt. Insgesamt 9000 Haushalte will das Telekommunikationsunternehmen bis zum Jahresende auch in den geschlossenen Ortsteilen versorgen, also neben der Innenstadt in Bokel, Hesseln, Hörste und Künsebeck.

Ausgenommen ist dabei ein Radius von ungefähr 500 Metern rund um die Hauptvermittlungsstelle. »Hier gibt es durch die Nähe schon schnelles Internet«, erklärt Kruppa, die EU-Kommission muss in nächster Zeit aber noch entscheiden, ob sie sich der Bundesnetzagentur anschließt und auch hier Glasfaser zulässt.

Wer bestehende Verträge hat, für den wird der Internetzugang allerdings nicht automatisch schneller. »Wir informieren die Bürger frühzeitig über die Möglichkeit und die neuen Produkte«, kündigt Kruppa an. Teurer würden die neuen Tarife und Produkte nicht. Lediglich für Produkte mit höheren Bandbreiten und wertigen Diensten und Services würde ein Mehrbetrag fällig.

Stadt hält an Plänen fest

Die Ausbauoffensive der Telekom könnte die Pläne der Stadt Halle, fast alle Haushalte im Stadtgebiet über schnelle Glasfaserkabel mit dem Internet zu verbinden, deutlich erschweren, wie Stadtkämmerer und Breitband-Experte Jochen Strieckmann auf Nachfrage erläutert. Das Millionenprojekt soll schon Ende dieses Jahres starten – in Gebieten, die als »weiße Flächen« der Versorgung gelten.

Überall da, wo auch die Telekom mit Glasfaser und Vectoring-Technik aufrüstet, muss die Stadt rein rechtlich von einer Vollversorgung ausgehen. Die wäre aber noch schlechter als das, was die Stadt plant und was auch Unitymedia über ihr bestehendes Kabel angekündigt hat. Denn Glasfaser bis zum Haus kann Bandbreiten von weit mehr als 100 Mbit/Sekl. liefern.

»Es gäbe aber die Möglichkeit über eine Einzelfall-Notifizierung durch die EU-Kommission eine Ausbaugenehmigung zu bekommen. Wir halten auf jeden Fall an unseren Plänen fest«, kündigt Strieckmann an.

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