Laibach fließt jetzt durch ein neues Bett Bagger reißt Damm weg

Halle (WB). Der Anstich ist erfolgt: Seit kurzem fließt der Laibach zwischen Westumgehung und Tatenhausen in einem neuen, allerdings historischen Bett. Denn die Planer vom Kreis Gütersloh haben einen alten Arm wiederbelebt.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Noch ein Schaufel Erde: Seit dem »Anstich« am Montag fließt der Laibach durch den neuen Arm auf der westlichen Seite des Vennteiches.
Noch ein Schaufel Erde: Seit dem »Anstich« am Montag fließt der Laibach durch den neuen Arm auf der westlichen Seite des Vennteiches.

»Das ist ein spannender Moment, wenn ein Bagger den Damm wegreißt«, sagte Annette Pagenkemper von der Abteilung Umwelt des Kreises. Wie ihr Kollegen Oliver Juhnke vom Sachgebiet Kultur und Wasserbau zeigte sie sich »positiv überrascht« von dem Moment, in dem das Wasser zum ersten Mal durchs neue, naturnah gestaltete Bett geschickt worden ist.

Nach gewaltigen Bodenbewegungen parallel zum unteren Teil des Postweges ist der alte Laibach quasi abgehängt worden. In den nächsten zwei Wochen wird noch eine »Furt« für Fußgänger mit und ohne Kinderwagen oder Rollstuhl, Radfahrer oder Läufer gepflastert. Um den Vennteich herum steht das Wasser nur noch in Pfützen in seinem alten »Kanal«. Eine »Fischtreppe« in der Nähe der Schlossgräfte, die für Fische vermutlich immer schon unpassierbar war, ist komplett trocken gefallen.

Alter Laibach dient als Speicher

An zwei oder drei Stellen in Höhe des Parkplatzes am Vennteich wird noch Wasser in den alten Laibach eingespeist. Er dient von nun an sozusagen als Speicher und zur Regulierung der Wassermengen. Wenn es sehr viel regnet, kann der alte Bachlauf aktiviert werden. Wenn es aber zu trocken wird und vielleicht noch zu viel Wasser im neuen Bett versickert, dann kann auch abgeschiebert werden.

Oliver Juhnke: »Gerade zu Anfang saugt der Boden noch viel Wasser auf, weil er noch nicht so abgedichtet ist«. Wichtiger Aspekt ist die Gräfte: Der Pegel im Graben ums Schloss sollte auch in trockenen Sommern immer auf guter Höhe gehalten werden. Zwei Schotts an der Versmolder Straße regulieren ebenfalls den Wasserstand. Dort sollen neue Schütztafeln eingesetzt werden. Ansonsten will der Kreis den Laibach am Schloss später einmal naturnah umgestalten.

Sandhügel verschwinden

Zurück zum Oberlauf. Einige Bodenaufschüttungen und Sandhügel hinter dem Hof Schäper wird der Landesbetrieb noch entfernen. Im Erlenbruch war kürzlich Handarbeit angesagt. Wo sich der Bach in schöne Kurven legt, ist gekrautet worden. Das Ergebnis: eine Idylle. Annette Pagenkemper: »Früher hat man das Wasser dort nie fließen sehen«. Eine Augenweide dürfte wohl auch am hinteren Eingang zur Orangerie entstehen. Der Wasserlauf, der sich ein Stück oberhalb geteilt hat, hat dort einen zweiten Durchlass bekommen.

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