Selbstmordabsicht: Frau raste in Gegenverkehr 24-Jährige vor Gericht

Bielefeld/Halle   (WB/swa). Alkoholisiert und ohne Führerschein soll sich eine 24-Jährige aus Halle im Dezember 2014 ans Steuer ihres Autos gesetzt haben und dies in Selbstmordabsicht in den Gegenverkehr gelenkt haben. Wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag muss sich die Frau nun vor dem Landgericht Bielefeld verantworten.

Das Landgericht Bielefeld.
Das Landgericht Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

In der Verhandlung gab die Friseurin an, sich nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten ans Steuer gesetzt zu haben. Während der Fahrt habe sie sich eine Zigarette angesteckt, die sie allerdings verlor und im Fußraum suchte. Dabei habe sie ein entgegenkommendes Auto mit mehreren Insassen touchiert. Der Fahrer soll ein Anpralltrauma in der linken Schulter sowie Schmerzen im gesamten Schulterbereich und einen Schock erlitten haben.

Die folgende Beweisaufnahme ergab jedoch ein anderes Bild. Mehrere Polizeibeamte sagten übereinstimmend aus, dass die Angeklagte nach dem Unfall geäußert habe, sie wolle sich das Leben nehmen und »es mache alles keinen Sinn mehr«, weshalb Staatsanwältin Anke Schnadt davon ausgeht, dass die Angeklagte den Tod der Insassen des entgegenkommenden Fahrzeuges zumindest billigend in Kauf nahm. Für die Verhandlung sind zwei weitere Fortsetzungstermine in dieser Woche angesetzt.

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