Schülergruppe aus La Rochelle sagt Besuch in Halle ab – Ratsherr Frank Winter radelt nur bis Ronchin Terror in Paris durchkreuzt Reisepläne

Halle/La Rochelle/Ronchin (SKü/hn). Die Terroranschläge von Paris und ihre Folgen in Frankreich wirken sich auf Halle aus. Der geplante Besuch einer Schülergruppe aus La Rochelle fällt aus. Der Haller Frank Winter gibt seinen Plan auf, mit dem Fahrrad nach Paris zu fahren.

Im Mai 2014 war eine Schülergruppe aus La Rochelle zu Gast. Jetzt haben die Freunde ihren Besuch am KGH abgesagt.
Im Mai 2014 war eine Schülergruppe aus La Rochelle zu Gast. Jetzt haben die Freunde ihren Besuch am KGH abgesagt. Foto: Victoria Fechner

Seit mehr als 30 Jahren pflegt das Kreisgymnasium Halle den Schüleraustausch mit La Rochelle. Wegen der Terroranschläge haben 31 junge Franzosen ihren für kommende Woche geplanten Besuch absagen müssen. Für Lehrer, Gasteltern und die Schüler der Europaklasse am Kreisgymnasium ist die gestern kurzfristig erfolgte Absage vom Collège et Lycée Fénelon in La Rochelle eine Enttäuschung. Für den Besuch war ein eng getaktetes Programm geplant. Doch die Gäste von der Atlantikküste müssen sich den strikten Anweisungen des französischen Bildungsministeriums beugen. Seit den Anschlägen sind zur Sicherheit sämtliche Schülerausflüge, Exkursionen und Schüleraustausche untersagt.

Noch im Juni war die Europaklasse des KGH an der Partnerschule. Die Schüler lebten in französischen Familien. Die Kontakte reichen weit zurück. Schon viele Eltern heutiger Schüler waren selbst in La Rochelle. Zum Partnerschaftsjubiläum gab es vor einigen Jahren eine große Radtour von Halle an die Atlantikküste.

»Die Schüler der 8. Klasse haben sich auf den Austausch gefreut«, bedauert Französisch-Lehrer Bartos Grochowski. Geplant waren ein Besuch bei der Bürgermeisterin, Stadtführung, Unterricht sowie Fahrten ins Nixdorf-Museum Paderborn und das Gütersloher Freizeitbad »Die Welle«. Auch die Führung bei Storck und die Tour nach Münster zum Weihnachtsmarkt sind abgesagt. Grochowski hofft, dass der Austausch bald nachgeholt werden kann. Der im Februar geplante Ausweichtermin ist fraglich. Denn der Ausnahmezustand in Frankreich ist ja bereits auf drei Monate ausgeweitet worden.

Seine geplante Radtour nach Paris hat der Haller Grünen-Ratsherr Frank Winter abgesagt. Stattdessen fährt er nun von Aachen aus in die 400 Kilometer entfernte nordfranzösische Partnerstadt Ronchin. Ursprünglich wollte Winter in Paris anlässlich des Weltklimagipfels Infoveranstaltungen besuchen, mit Gleichgesinnten sprechen und bei der inzwischen abgesagten Demonstration am 29. November mit 300 000 Menschen teilnehmen wollen. Die Terroranschläge und der daraus resultierende Ausnahmezustand sowie die Sicherheitsvorkehrungen vereiteln alle Pläne.

»Wir wollten im Stadtteil Saint-Denis eine Wohnung mieten«, erklärt Winter. Die lag nur 200 Meter von jener entfernt, in der sich eine französische Anti-Terror-Einheit am Dienstag ein Gefecht mit Verdächtigen lieferte, bei denen sich zwei Terroristen in die Luft sprengten. Stattdessen werden Winter und seine Mitradler aus NRW in fünf Tagestouren nach Ronchin kurbeln. Er hofft, dass in Ronchin oder in der nahen Großstadt Lille eine Demonstration für den Klimaschutz möglich wird.

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