Aramäische Familie aus Syrien drei Monate lang unterwegs – zwei Söhne bereits seit 2014 in Halle Lebensgefährliche Flucht

Halle (WB). Die schrecklichen Ereignisse liegen schon einige Wochen zurück. Oussama, Rehaw und Ward Alkhalil können schon wieder lachen. Sie sind heile bei ihren Söhnen in Halle angekommen. Während ihrer Flucht aber haben sie dem Tod ins Auge geschaut.

Von Klaus-Peter Schillig
Heimlich mit dem Handy hat Ward Alkhalil dieses Foto vom Nachbarschiff geschossen, als das Schiff der Flüchtlinge in den Fluten versinkt: Viele sind schon über Bord gegangen und kämpfen im kalten Wasser ums Überleben. Fast 30 Menschen ertrinken bei dem Drama vor der türkischen Küste.
Heimlich mit dem Handy hat Ward Alkhalil dieses Foto vom Nachbarschiff geschossen, als das Schiff der Flüchtlinge in den Fluten versinkt: Viele sind schon über Bord gegangen und kämpfen im kalten Wasser ums Überleben. Fast 30 Menschen ertrinken bei dem Drama vor der türkischen Küste. Foto: Ward Alkhalil

Mehr als drei Monate hat die Flucht der aramäischen Familie aus Syrien gedauert, deren erwachsenen Söhne Issa (25) und Imad (23) schon seit 2014 in Halle leben und bereits als Asylbewerber anerkannt sind.

Endlich wieder vereint: Issa Alkhalil (rechts) möchte seine Eltern Rehaw und Oussama sowie seinen Bruder Ward jetzt schnell von Bramsche nach Halle holen. Foto: Klaus-Peter Schillig

Auf dem Schiff zur griechischen Insel Chios nimmt das Drama seinen Lauf. Türkische Küstenwachboote wollen das Flüchtlings-Schiff mit 300 Menschen aus Syrien und dem Irak stoppen. Die Bugwellen der türkischen Schiffe lassen Wasser in das Schiff der Flüchtlinge eindringen, der Motor fällt aus. Die Türken beginnen schließlich damit, die Menschen von dem manövrierunfähigen Kahn herunter zu holen. Ward Alkhalil (16), ist einer der ersten, weil er – mehr zufällig – gerade zwei kleine Kinder auf dem Arm trägt. Von dem türkischen Schiff aus muss er mit ansehen, wie das Flüchtlingsboot durch den Wassereinbruch plötzlich untergeht.

Zu diesem Zeitpunkt sind immer noch die meisten Passagiere an Bord. Aber nicht alle haben Schwimmwesten. »Bis zu 30 Menschen sind ertrunken«, berichtet das 58-jährige Familienoberhaupt.

Lesen Sie die ganze Geschichte der Familie im WESTFALEN-BLATT vom 21./22. November, Lokalteil Halle.

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