Ergebnisse über Stickoxid-Belastung in der Innenstadt für 2014 liegen vor: noch deutlich über dem Grenzwert Immer noch dicke Luft in Halle

Halle (WB). Die Lkw fahren um Halle herum. Aber in der Innenstadt, direkt an der B 68, herrscht immer noch dicke Luft. »Unsere Maßnahmen wirken leider nur langfristig«, sagt Tanja Möller, Dezernentin bei der Bezirksregierung für den Fachbereich Immissionsschutz.

Von Klaus-Peter Schillig
Seit Ende Oktober vergangenen Jahres dürfen die Lkw auch in Richtung Osnabrück nicht mehr durch Halle fahren. Schon in Amshausen stehen die Vorwegweiser, die die »Brummis« nach links auf den Schnatweg und die Entlastungsstraße leiten. Geradeaus geht es dann nur noch für Personenwagen und Lieferwagen.
Seit Ende Oktober vergangenen Jahres dürfen die Lkw auch in Richtung Osnabrück nicht mehr durch Halle fahren. Schon in Amshausen stehen die Vorwegweiser, die die »Brummis« nach links auf den Schnatweg und die Entlastungsstraße leiten. Geradeaus geht es dann nur noch für Personenwagen und Lieferwagen. Foto: Klaus-Peter Schillig

Die Europäische Union hat für das schädliche Stickstoff-Dioxid, auch kurz Stickoxid genannt, »anspruchsvolle Grenzwerte« festgelegt, wie Tanja Möller erläutert. An verdächtigen Stellen muss deshalb auch gemessen werden. Dabei ist auch Halle unangenehm aufgefallen als eine von drei Städten in Ostwestfalen – neben Bielefeld und Paderborn. Ursache war das autobahnähnliche Aufkommen an schweren Lastwagen, die über die Bundesstraße durch Halle rollten. Messungen an der Engstelle in Höhe des Amtsgerichtes ergaben 2011 53 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, ein Jahr später schon 57 Mikrogramm.

In dieser Zeit hatte die Bezirksregierung schon reagiert, um für Halle einen Luftreinhalteplan aufzustellen. Die spektakulärste Maßnahme neben vielen kleinen: Lkw über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht durften seit dem 31. Juli 2013 in Richtung Bielefeld nicht mehr über die B 68 durch Halle fahren. Unter den Grenzwert hat es die Haller Luft dadurch allerdings nicht geschafft, wie Tanja Möller jetzt dem WB auf Anfrage erläuterte.

Dabei musste sie auf das Ergebnis auch bis zum zweiten Quartal dieses Jahres warten. Denn das zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ermittelt einen Jahresdurchschnittswert. Weil die Teilsperrung der B 68 erst am 31. Juli in Kraft getreten ist, liefert das Jahr 2013 also noch keine klare Aussage, in welchem Umfang die Maßnahme gewirkt hat. Immerhin ist für 2013 schon ein leichter Rückgang auf 52 Mi­krogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft registriert worden, für das komplette Jahr 2014 waren es dann sogar 48 Mikrogramm.

In diesem Jahr war die B 68 in der Haller Ortsdurchfahrt sogar für zwei Monate fast völlig Lkw-frei, weil zum 31. Oktober die Entlastungsstraße freigegeben worden ist. Was die bringt, wird Tanja Möller allerdings erst Im Frühjahr 2016 erfahren, weil dann die Daten für das komplette Jahr 2015 ausgewertet sind. Auch sie glaubt allerdings nicht daran, dass dann schon der Grenzwert von 40 Mikrogramm unterschritten werden könnte. »Die größte Maßnahme in unserem Luftreinehalteplan ist weiterhin der Lückenschluss der A 33«, sagt die Immissionsschutz-Expertin. Dann werde sich ein Großteil des Verkehrs auf die Autobahn verlagern.

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