WDR-Reihe »Wunderschön« berichtet über Haller Urlaubs-Pfarrer im »Seelsorge-Strandkorb« Pastor Becker trifft Tamina Kallert

Halle (WB). Der Haller Pastor Lothar Becker wird in seiner Funktion als »Strandkorb-Seelsorger« einer der Hauptakteure in der WDR-Reihe »Wunderschön«. Am 24. Juli wird er Moderatorin Tamina Kallert und ihr Kamerateam in Neuharlingersiel treffen.

Von Klaus-Peter Schillig
Pastor Lothar Becker vor dem Seelsorge-Strandkorb am Strand von Neuharlingersiel. Zum fünften Mal fährt der Haller an die Nordseeküste, um dort als Urlaubspfarrer Ansprechpartner für die Einheimischen und die Urlauber zu sein.
Pastor Lothar Becker vor dem Seelsorge-Strandkorb am Strand von Neuharlingersiel. Zum fünften Mal fährt der Haller an die Nordseeküste, um dort als Urlaubspfarrer Ansprechpartner für die Einheimischen und die Urlauber zu sein. Foto: Martin Stöver/Kurverein Neuharlingersiel

Zum fünften Mal bricht Pastor Becker an diesem Mittwoch in den bekannten Küstenort an der Nordsee auf, um dort als Urlaubsseelsorger den Kollegen vor Ort zu vertreten und zu entlasten. Er ist damit einer von 34 evangelischen Pfarrern aus Westfalen, die auf Kreuzfahrten, im Ausland, in Bayern oder eben an der Nordsee freiwillig Dienst tun. Der 68-jährige Haller  ist seit 2009 in Ruhestand und hat danach angefangen, einen Teil des Sommers an der Nordseeküste zu verbringen. Und das seelsorgerisch so aktiv, wie ihn auch seine Kollegen und seine frühere Gemeinde in Amshausen kennen.
Gemeinsam mit der Kurverwaltung in Neuharlingersiel hat Lothar Becker die Idee des Seelsorge-Strandkorbes entwickelt. Denn das Herumsitzen im Gemeindebüro, auch wenn es direkt am rührigen Hafen der Kleinstadt liegt, ist gar nicht sein Ding.
»Weil er so aktiv ist, ist auch der Norddeutsche Rundfunk auf ihn aufmerksam geworden«, erzählt Susanne Mäntele, die Pressesprecherin der Kurverwaltung. Nachdem im vergangenen Jahr ein Fünf-Minuten-Beitrag in der Reihe »Nordtour« gelaufen ist, genießt der Haller Pastor immer mehr mediale Aufmerksamkeit. Das »Ostfriesland-Magazin«, ein  Hochglanz-Heft über bemerkenswerte Leute und Ereignisse entlang der Küste, hat ihm einen mehrseitigen Beitrag gewidmet. Und durch den Dreh mit dem NDR ist auch die Redaktion von »Wunderschön« hellhörig geworden. Die plant für den Sendetermin 20. September eine Folge über die Ostfriesische Küste   und hat sich für den 24. Juli mit Lothar Becker verabredet.
Der Pastor und die vielgereiste Moderatorin werden sich dann im blauen Strandkorb mit der Nummer »111« (laut Becker mit Anspielung auf die Notrufnummern »zwischen Polizei und Feuerwehr«) unterhalten. Kein Problem für den Pfarrer im Ruhestand, schließlich ist er selbst Moderator – als Leiter des Erzählcafes in der Haller Diakoniestation.
Dieser blaue Seelsorge-Strandkorb ist für Neuharlingersiel längst zu einem Markenzeichen geworden. Er ist Anlaufstelle für Menschen, die ihre Sorgen mitnehmen mussten in den Urlaub, die einen Menschen suchen, dem sie sich anvertrauen können und den sie vielleicht nie mehr wiedersehen. Viele kommen auch, erzählt Lothar Becker, weil sie ihn beim Hafengottesdienst erlebt haben oder bei einer seiner Ferienaktionen.
Im vergangenen Jahr beispielsweise ging es in Neuharlingersiel schwerpunktmäßig um die die größte zusammenhängende Bibel-Fliesenwand im Sielhof. 800 blau-weiße Kacheln mit Bibelmotiven sind hier zu sehen, 250 Jahre alt und aus einer Zeit, als die calvinistischen und reformierten Kirchen in den Niederlanden alle biblischen Motive aus den Gotteshäusern verbannt haben.  
 Der Ort und die Menschen dort – Urlauber wie Einheimische – seien ihm in den vergangenen vier Jahren ans Herz gewachsen, schreibt Lothar Becker in einem Gemeindebrief für Neuharlingersiel. Er komme immer wieder gerne, weil er die Gesprächskontakte im »Seelenkörbchen 111  und drumherum« sonst sehr vermissen würde. Außerdem möchte er nah bei den Menschen sein, er bevorzuge Hafengottesdienst und Seelsorge-Strandkorb statt Kirchenschiff und Kanzel. Und es mache ihm Freude, für Menschen »auf Augenhöhe da zu sein, ihnen zuzuhören und mit ihnen Wege zu entwickeln, die weiterführen«.
Lothar Becker bleibt diesmal allerdings nur drei Wochen in Neuharlingersiel. »Länger geht nicht, sonst bekomme ich Ärger mit meiner Frau«, scherzt er im Gespräch mit dem WB. Immerhin sei er gerade erst von einer  mehrtägigen Flusskreuzfahrt zurückgekehrt, die er für die Kirche begleitet habe

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.