Lungenfacharzt Dr. Jörg Schmitthenner hat ersten Arbeitstag als Chefarzt der Pneumologie Aufatmen im Klinikum

Halle (WB). Als wenn »der Neue« es so bestellt hätte: Just bevor Dr. Jörg Schmitthenner als Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin seinen Dienst aufgenommen hat, hat sich die Technik für die sechs Plätze im Schlaflabor verabschiedet. »Dafür  haben wir jetzt einen Luxusliner, eine Top-Anlage«, freut sich der Lungenspezialist an seinem ersten Arbeitstag in Halle.

Ein halbes Jahr hat man auf den Wunschkandidaten gewartet. Jetzt freuen sich Dr. Michael Hanraths, der Ärztliche Direktor des Klinikums Halle (Mitte), und Geschäftsführer Michael Ackermann (rechts) mit Dr. Jörg Schmitthenner.
Ein halbes Jahr hat man auf den Wunschkandidaten gewartet. Jetzt freuen sich Dr. Michael Hanraths, der Ärztliche Direktor des Klinikums Halle (Mitte), und Geschäftsführer Michael Ackermann (rechts) mit Dr. Jörg Schmitthenner.

Den Ersatz, der für Mitte Juli  angekündigt ist, lässt sich das Haus 130 000 Euro kosten. Eine Investition, die sich auszahlen soll, wie Michael Ackermann deutlich macht, der Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld. Den guten Ruf  des Haller Hauses, das bekanntlich einen Schwerpunkt in der Pneumologie hat, will man nicht gefährden.  Von den 5000 stationären Fällen pro Jahr an den drei Standorten des Klinikums Bielefeld werden 1800 in Halle versorgt.

Um die »Anerkennung in der Versorgungsqualität« nicht zu riskieren, hat das Klinikum nach dem Abschied von Dr. Jörg Hinrichs auch ein halbes Jahr abgewartet, bis Dr. Schmitthenner für Halle frei war. Kommissarisch wurde die Klinik in dieser Zeit von Dr. Bertram Ruprecht aus Bielefeld-Mitte  geleitet. »Das war eine Herausforderung. Doch die Fallzahl ist stabil geblieben«, begrüßt Dr. Michael Hanraths, der Ärztliche Direktor des Klinikums Halle, das nun wieder ein Chef vor Ort ist.

Dr. Schmitthenner, der sich in 13 Jahren als Leitender  Arzt der pneumologischen Abteilung des  St. Elisabeth-Hospitals in Gütersloh einen Namen gemacht hat, Schlaf- und Palliativmediziner ist, war der Wunschkandidat. »Geködert« hat  das Klinikum den Arzt aus Ahlen – einen Vater von drei Söhnen und einer Tochter zwischen 13 und 19 Jahren – nicht nur mit der Aussicht auf die Leitung einer Fachklinik, sondern auch eine Mitsprache bei der Auswahl des ärztlichen Personals. Halle bekommt zwei neue  Oberärzte statt der bisherigen Honorarärzte. Zwei Assistenten bilden künftig mit den Kollegen der Internistischen Klinik einen Pool.  40 Mitarbeiter auf der Station haben sich zudem einen Ruf als »extrem gutes Pflegepersonal« erworben, wie Dr. Schmitthenner betonte.

Ihm  liegt nicht nur daran, in Sachen Luftnot, Husten, Schlafmangel medizinisch ein Rundum-Kompakt-Programm in Halle anzubieten. Er will  mit den Partnern in Bielefeld auch die Behandlung von bösartigen Tumorerkrankungen im Haller Lungenzentrum  ausbauen. Zudem möchte er die Heim-Beatmungsmedizin stärker in den Fokus rücken, beispielsweise Patienten mit Atempumpenproblemen über Maskensysteme unterstützen.

Privat setzt der  Mediziner, den es nach dem Studium in Mainz (Abschluss mit Magna cum  Laude) nach Ostwestfalen verschlagen hat, auf eine Mischung aus Sport und Musik. Nicht nur, dass er gern läuft und mit dem schon älteren vierbeinigen Familienmitglied spazieren geht. Er möchte in Zukunft auch den Weg zum Arbeitsplatz gern mit dem Fahrrad unternehmen und hat sich deshalb ein  S-Pedelec für die Strecke zugelegt. Zudem spielt der neue  Chefarzt Klavier, früher auch Posaune. Er mag Klassik, hat aber auch schon in einer Rockband gespielt. Dr. Schmitthenner: »Musik weitet den Kopf. Und man kann Dampf ablassen.«

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